Wirtschaft

Telekom verschiebt 39-Mrd.-Verkauf ihrer US-Tochter T-Mobile USA

Die Telekom muss den geplanten Verkauf ihrer Tochter T-Mobil USA verschieben. Ursprünglich war geplant, die Tochter für 39 Milliarden Dollar (27, 5 Milliarden Euro) an den Konkurrenten AT&T zu verkaufen – für 25 Milliarden Dollar in Bar, den Rest in A&T-Aktien (entspricht 8%). Damit wäre die Telekom der größte Minderheitsaktionär des US-Branchenführers geworden. Die Einnahmen sollten dem Schuldenabbau dienen, die Mitte 2010 eine Höhe von 62,8 Milliarden Euro betragen haben. Der Einstieg in den US-Markt hatte die Telekom im Jahr 2000 mit der Übernahme des Anbieters Voicestream unter dem damaligen Telekom-Chef Ron Sommer 40 Milliarden Euro gekostet.

Ende Oktober hatten die US-Wettbewerbshüter der Telekom den geplanten Verkauf ihrer US-Mobilfunk-Tochter wegen kartellrechtlicher Bedenken untersagt: „Wir wollen das Geschäft blockieren, um den Wettbewerb zu sichern.“ T-Mobile USA habe in der Vergangenheit durch seine aggressiven Angebote geholfen, die Preise niedrig zu halten. Durch den Verkauf von T-Mobile USA an AT&T könnte der Service leiden und der Druck abnehmen, die Netze weiter zu modernisieren, da nur noch drei große Anbieter verbleiben würden – derzeit führt Verizon vor AT&T, der T-Mobile USA und Sprint. Eine Reihe von Technologiekonzernen hatten sich jedoch bereits für den Verkauf ausgesprochen: Microsoft, Facebook, Yahoo und weitere Unternehmen erhoffen sich durch den Zusammenschluss einen zügigen Ausbau der überlasteten US-amerikanischen Netze. Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC bezweifelt allerdings, dass AT&T den neuen Mobilfunkstandard 4G nach der Übernahme von T-Mobile USA entgegen den Versprechen schneller ausbauen werde.

Nun hat die Telekom die Anträge für die Transaktion bei der FCC zurückgezogen. Das Vorhaben sei aber vorerst nur auf Eis gelegt worden, die beiden Unternehmen halten an der Transaktion weiter fest. Nun soll zunächst die Zustimmung des US-Justizministeriums eingeholt werden. Die Telekom hat 2010 einen Umsatz von 62,4 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 1,8 Milliarden Euro erzielt.

 

 

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