Wirtschaft

Tepco bislang mit 10,7 Mrd. Verlust – Tsunami nicht an Unglück schuld?

Die Betreiberfirma des japanischen Katastrophenreaktors Fukushima, Tepco, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von 10,7 Milliarden Euro verbucht. Darin seien die Kosten für die Stilllegung der vier Reaktoren in dem AKW Fukushima sowie für die Reparatur von Wärmekraftwerken, deren Inbetriebnahme einen Engpass bei der Stromversorgung verhindern soll, mit eingerechnet. Einen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr hat der AKW-Betreiber bislang nicht gewagt. Tepco-Präsident Masataka Shimizu wird den Konzern verlassen und durch den derzeitigen Geschäftsführenden Direktor Toshio Nishizawa ersetzt. Anfang Mai hatte die japanische Regierung die Kosten für die Entschädigung der Opfer der Atom-Katastrophe berechnet. Demnach müssen die japanischen Behörden gemeinsam mit dem AKW-Betreiber Tepco knapp 49 Milliarden Dollar bezahlen. Tepco soll dabei für die Hälfe der Kosten aufkommen. Die Gelder sollen bis spätestens 2015 ausgezahlt werden, allerdings wurde gleichzeitig eingeräumt, dass sich die Gesamtsumme der Entschädigungszahlungen noch weiter erhöhen könnte. Wie viele Japaner entschädigt werden sollen wurde indes noch nicht bekannt. Die Krisenreaktion und Informationspolitik des Betreibers steht dabei weiterhin in der Kritik: Ende letzter Woche wurde bekannt, dass eine Messstation anderthalb Kilometer von dem Kraftwerk Fukushima entfernt bereits Atomalarm auslöste, wenige Minuten bevor das AKW von dem verheerenden Tsunami getroffen wurde. Bislang hatte es geheißen, dass die Flutwelle die Schäden an den Reaktorblöcken verursacht habe. Kurz darauf war bekannt geworden, dass die Brennstäbe in Reaktor 1 schon 16 Stunden nach dem Beben geschmolzen waren. Der gegenwärtige Krisenplan sieht vor, das AKW in sechs bis neun Monaten wieder unter Kontrolle zu bringen.

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