Deutschland

Teuerungsrate: Vebraucherpreise um 2,0% und Großhandelspreise um 4,6% zugelegt

Teuerung verharrt bei zwei Prozent

Die Inflationsrate wurde weiterhin deutlich durch die Preisentwicklung bei Energie bestimmt. Energie verteuerte sich im Oktober 2012 insgesamt um 5,5 % gegenüber Oktober 2011 (davon Haushaltsenergie: + 5,6 %; Kraftstoffe: + 5,4 %). Bei der Haushaltsenergie lagen die Preise für leichtes Heizöl mit + 11,3 % deutlich über dem Vorjahresniveau. Teurer waren im gleichen Zeitraum auch Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme (+ 8,2 %), Gas (+ 3,2 %) und Strom (+ 3,1 %). Der Einfluss der Energie auf die Gesamtteuerung hat sich im Oktober 2012 abgeschwächt: Ohne die Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Oktober 2012 bei + 1,6 % gelegen.

Quelle: Petra Bork_pixelio.de

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Oktober 2012 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,3 %. Erheblich teurer waren Obst (+ 7,9 %) und Gemüse (+ 7,3 %). Auch für viele andere Nahrungsmittelgruppen (zum Beispiel Fisch und Fischwaren: + 5,3 %, Fleisch und Fleischwaren: + 4,8 %, Brot und Getreideerzeugnisse: + 3,6 %; Süßwaren:+ 3,4 %) mussten die Verbraucher deutlich mehr als vor einem Jahr bezahlen. Günstiger waren im Vergleich zum Vorjahresmonat dagegen Molkereiprodukte und Eier (− 2,8 %) sowie Speisefette und Speiseöle (− 6,7 %; darunter Butter: − 15,4 %).

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich im Oktober 2012 im Vergleich zum Oktober 2011 überdurchschnittlich um 2,8 %. Am stärksten stiegen hier die Preise für Verbrauchsgüter mit + 3,6 %. Die Teuerungsrate für Güter mit mittlerer Lebensdauer lag mit + 2,1 % knapp über der allgemeinen Teuerung. Die Preise für langlebige Gebrauchsgüter erhöhten sich nur geringfügig um 0,3 %.

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt stiegen im Oktober 2012 im Vergleich zum Vorjahresmonat unterdurchschnittlich um + 1,1 %. Bestimmend war hier weiterhin die Preisentwicklung bei Nettokaltmieten mit + 1,1 %, für die private Haushalte gut ein Fünftel ihres Gesamtbudgets ausgeben. Auffällig blieb bei den Dienstleistungen der deutliche Preisrückgang bei den Finanzdienstleistungen (− 19,8 %), vor allem bedingt durch den sukzessiven Wegfall von Bearbeitungsgebühren für Privatkredite bei Banken. Auch im Bildungswesen war die Preisentwicklung insgesamt rückläufig (− 4,7 %). Wesentlicher Grund dafür ist die Abschaffung der Studiengebühren an staatlichen Hochschulen in Baden-Württemberg (April 2012) und aktuell in Hamburg (Oktober 2012).

Veränderung im Oktober 2012 gegenüber dem Vormonat September 2012

Im Vergleich zum September 2012 blieb der Verbraucherpreisindex im Oktober 2012 insgesamt unverändert. Erwähnenswert sind jedoch die Preisanstiege bei Kraftfahrzeugversicherungen (+ 4,4 %) sowie bei Bekleidung und Schuhen (+ 1,8 %). Letzteres ist vorwiegend saisonbedingt, hier spielte der Übergang von der Sommer- auf die Herbst-/Winterkollektion eine wesentliche Rolle. Auch die Preise für Nahrungsmittel insgesamt zogen an (+ 0,5 %). Teurer wurden hier vor allem Speisefette und Speiseöle (+ 2,6 %; darunter Butter: + 6,5 %) sowie Gemüse (+ 2,1 %; darunter Tomaten: + 22,4 %).

Gegenüber dem Vormonat verbilligte sich dagegen im Oktober 2012 Energie insgesamt um 1,1 %. Die Preise für Kraftstoffe gaben nach (– 4,0 %; darunter Superbenzin:
– 4,5 %; Dieselkraftstoff: – 2,3 %). Haushaltsenergie verteuerte sich jedoch gegenüber September 2012 um 0,6 %, insbesondere die Preise für leichtes Heizöl zogen erneut deutlich an (+ 2,2 %).

-> Detaillierte Tabellen und weiterführende Links auf der Website des Statistischen Bundesamtes.

Großhandelspreise Oktober 2012: + 4,6 % gegenüber Oktober 2011

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Oktober 2012 um 4,6 % höher als im Oktober 2011. Dies war der stärkste Anstieg zum Vorjahr seit November 2011 (+ 4,9 %). Im September 2012 hatte die Jahresveränderungsrate + 4,2 % betragen, im August + 3,1 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, nahm der Großhandelsverkaufspreisindex im Oktober 2012 gegenüber dem Vormonat September 2012 um 0,6 % ab.

Die um 9,1 % höheren Preise im Großhandel mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen hatten einen wesentlichen Anteil an der Preisveränderung gegenüber dem Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vormonat gingen sie aber zum ersten Mal nach dreimonatigem Anstieg wieder zurück (– 3,0 % im Vergleich zu September 2012). Im September 2012 hatte die Jahresveränderungsrate für feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse + 11,3 % betragen. Kräftige Preisanstiege im Vorjahresvergleich gab es im Oktober 2012 zudem im Großhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (+ 20,3 %). Gegenüber dem Vormonat September 2012 fielen die Preise hier um 1,1 %. Auch im Großhandel mit Fleisch und Fleischwaren nahmen die Preise gegenüber dem Vorjahr deutlich zu (+ 9,7 %). Preisrückgänge gab es insbesondere bei Erzen, Metallen und deren Halbzeug (– 1,8 %) sowie bei Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen (– 12,8 %).

-> Detaillierte Tabellen und weiterführende Links auf der Website des Statistischen Bundesamtes.

Die wichtigsten Preisveränderungen im Oktober 2012:
Großhandel mit … Veränderung zu
Oktober 2011 (%)
Veränderung zu
September 2012 (%)
Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln 20,3 – 1,1
Obst, Gemüse und Kartoffeln 8,5 0,7
Fleisch und Fleischwaren 9,7 1,4
Milch(-erzeugnissen), Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten – 1,2 1,5
Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen – 12,8 0,7
festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen 9,1 – 3,0
Erzen, Metallen und Metallhalbzeug – 1,8 0,0

———————————-

(Quellen: Statistisches Bundesamt 2012)

Marc Brümmer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.