Wirtschaft

ThyssenKrupp möchte Weltmarktführer-Tochter an Finnen verkaufen

ThyssenKrupp plant sich von seiner Edelstahlsparte zu trennen. Der Wert wird auf 1-2 Milliarden Euro geschätzt. Als möglicher Käufer wird der finnische Konkurrent Outokumpu gehandelt. Bislang war die ThyssenKrupp-Tochter mit 6,7 Milliarden Euro Umsatz Weltmarktführer. Das zusammengeschlossene Unternehmen käme mit 18.000 Mitarbeiter dann auf einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro. Zunächst sei ein Gemeinschaftsunternehmen und dann der Ausstieg ThyssenKrupps angedacht.

ThyssenKrupp will sich bis zum Jahresende von der Sparte trennen, da es in Europa Überkapazitäten beim Edelstahl gebe und der Edelstahlmarkt vor einer Konsolidierung stehe. Der Stahlkonzern musste deshalb bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Wertberichtigung in Höhe von 800 Millionen Euro vornehmen, hinzu kam eine Abschreibung in Höhe von 2,1 Milliarden Euro auf die neu gebauten Problem-Stahlwerke in Brasilien und den USA, so dass insgesamt ein Verlust über 1,8 Milliarden Euro auflief. ThyssenKrupp prüft jedoch nach eigenen Angaben neben einem Verkauf der Edelstahlsparte auch eine Ausgründung, einen Börsengang oder den Verkauf an einen Investor. Arbeitnehmervertreter befürchten den Verlust von bis zu 2.500 Arbeitsplätze in Deutschland. Von den weltweit 11.000 Beschäftigten bei der Edelstahltochter Inoxum ist etwa jeder zweite in Deutschland angestellt.
(mb)

 

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