Energie & Umwelt

Total übergibt 20% seines Bolivienanteils an Gazprom

In dem südamerikanischen Andenland Bolivien liegen rund 1,5 Billionen Kubikmeter Erdgas und rund 60 Millionen Tonnen Erdöl. 1.000 Kubikmeter Erdgas bringen rund 350 Dollar, somit sind die Reserven nach jetzigem Stand rund 525 Milliarden Dollar wert. Die Tonne Erdöl bringt rund 820 Dollar, damit ergeben die bolivianischen Reserven etwa 49,2 Milliarden Dollar. Zur Relation: Die rund 9,5 Millionen Einwohner erwirtschafteten 2007 ein BIP von rund 12,0 Milliarden Dollar. Bolivien verfügt zudem über die größten Lithium- und Borvorkommen der Welt. 2006 hatte der erste indigene Präsident der Welt, Evo Morales, die Öl- und Gasindustrie unter entsprechenden Entschädigungszahlungen rechtmäßig verstaatlicht, um die Milliardeneinnahmen stärker der Entwicklung des Landes und der Gemeinschaft zugute kommen zu lassen (2007 lebten etwa 60 Prozent der Bevölkerung des rohstoffreichen Landes unter der Armutsgrenze, davon waren 37,7 Prozent extrem arm). Ausländische Konzerne dürfen seitdem nur noch in Joint Ventures – und aus bolivianischer Perspektive unter faireren Konditionen, da für die Förderer höhere Steuern eingeführt wurden und eine Neuordnung der Konzessionsverträge erfolgte – mit den staatlichen Förderkonzernen als Mehrheitseigner tätig werden. Das französische Öl- und Gasunternehmen Total hat nun eine Reorganisation seiner Gas-Förderprojekte Ipati und Aquio vorgenommen: Total reduziert seinen Anteil von 80 auf 50 Prozent und tritt 20 Prozent dieser Aktien an den russischen Gasmonopolisten Gazprom und die restlichen zehn Prozent an die staatliche bolivianische YPEF ab. Das italienisch-argentinische Öl- und Gasunternehmen Tecpetrol, der vierte Partner, bleibt bei seinem Anteil von 20 Prozent. Zusammen sollen rund 850 Millionen Dollar in die Förderprojekte investiert werden, um ab voraussichtlich 2014 mit der Erschließung zu beginnen.
 

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