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Tourismus-Boom hält weiterhin an – Ein Rundumblick

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(c) Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Die Bilanzen für das Jahr 2013 sind draußen, neue Prognosen zu Reisezielen und individuellem Reiseverhalten für die anstehenden Sommerferien werden beinahe stündlich erneuert und schon zeigen die neusten Trends, dass die Tourismusbranche wohl auch in diesem Jahr erneut satte Gewinne einfahren wird. Reisen ins In- und Ausland sind bei Familien, Singles und anderen Gruppierungen so beliebt wie eh und je, was selbstverständlich auch für die in diesen Kreislauf eingebundenen Unternehmen ein deutliches Plus sowie sichere Absatzmärkte nach sich zieht.

Trotz dieses stetigen Aufstiegs lassen sich im Reiseverhalten der Menschen sowie in der Tourismusbranche im Allgemeinen zahlreiche Veränderungen feststellen, die beispielsweise auch für zuliefernde oder sonstig angeschlossene Unternehmen Konsequenzen haben müssen. Der nachfolgende Artikel widmet sich dementsprechend intensiv den aktuellen Trends in der Tourismus- und Reisebranche und zeigt auf, inwiefern B2B-Unternehmen von diesen Veränderungen betroffen sein können. Gleichzeitig sollen außerdem Potentiale aufgezeigt sowie deren Nutzung mithilfe von Beispielen verdeutlicht werden.

Ein Blick zurück

Wer sich mit den Konsequenzen von aktuellen Trends in Sachen Tourismus- und Reise-Branche beschäftigen möchte, muss in einem ersten Schritt zunächst einmal einen Blick in die Vergangenheit werfen. Schließlich können Trendveränderungen nur festgestellt werden, wenn ein Gesamteindruck von einer Entwicklung ermittelt wird. Die Stiftung für Zukunftsfragen stellte im Februar ihre Tourismusanalyse für 2013 vor, wobei sich deutliche Veränderungen im Reiseverhalten der Deutschen erkennen lassen.

Die Reiseintensität der Deutschen hat sich insgesamt erhöht und lag im Jahr 2013 bei rund 57 Prozent, wobei vor allen Dingen Mehrfachreisen groß im Kommen waren. Im Schnitt möchte sich jeder fünfte Deutsche nicht auf nur einen einzigen Urlaub beschränken und stattdessen lieber mehrmals im Jahr zu verreisen. Die Entfernung vom Wohnort zum Reiseziel wie auch die Dauer des jeweiligen Aufenthaltes sind dabei eher zweitrangig. So verreisten die Deutschen im Schnitt nur noch knapp 12 Tage pro Jahr am Stück, wohingegen eine Urlaubsreise im Jahr 1980 mit noch rund 18 Tage im Jahr an einem Ort verbracht wurde.

Deutschland bleibt als Reiseziel bei den Deutschen auch weiterhin die Nummer Eins, wobei vor allen Dingen die Region Baden-Württemberg einen deutlichen Zuwachs verbuchen kann. Daneben bleiben allerdings die Regionen Bayern, Ostsee und Nordsee weiterhin unangefochten auf den ersten Plätzen. Insgesamt verbrachten beinahe ein Viertel aller Menschen, die ihren Urlaub 2013 in Deutschland erlebten, ihre Zeit genau in diesen Regionen.

Ein Blick nach vorn

Wenn es um die Fortsetzung bekannter Trends oder das Einschlagen neuer Richtungen in der Zukunft geht, überschlagen sich die Prognosen und Spekulationen meist vor Beginn eines Jahres. Eine weitaus gemäßigtere und in Teilen bereits fundierte Vorhersage lässt sich dagegen treffen, wenn die Urlaubssaison partiell bereits begonnen hat. DIE WELT stellt beispielsweise verschiedene Urlaubs- und Reiseziele der Deutschen vor, die auch in diesem Jahr besonders hoch im Kurs stehen.

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Der Mittelmeerraum ist nach wie vor sehr beliebt. Neben Spanien und Italien ist Griechenland gefragt. (Bild: Rainer Sturm / pixelio.de)

Der Blick auf diese Prognosen lässt sehr schnell erkennen, dass die Urlaubs- und Reisevorlieben der Deutschen sich auch in diesem Jahr nicht ändern werden. Spanien und Italien stehen bei den Auslandstouristen wieder sehr hoch im Kurs, wobei Mallorca seinen Erfolg als spanisches Top-Touristenziel mittlerweile mit anderen Regionen auf der Iberischen Halbinsel teilen muss. Eine kleine Überraschung bietet Griechenland, welches sich von der Euro-Krise immer stärker zu erholen scheint und nun auch wieder deutsche Touristen anzulocken vermag. Auch Fernreisen werden in dieser Saison hoch im Kurs stehen, was in erster Linie mit dem niedrigen Stand des Dollars zusammenhängt. Gerade Flugreisen in die Staaten werden dadurch auch für Normalverdiener, die ein wenig Begeisterung für das Sparen aufbringen können, erschwinglich.

Eine unumstößliche und damit recht stabile Größe bildet allerdings auch im Jahr 2014 wieder der Urlaub in Deutschland für alle deutschen Touristen. Die kurzen und geringen Anfahrtswege, die bekannte Sprache und Kultur sowie die unkomplizierte Buchung sind für viele Deutsche die ausschlaggebenden Argumente dafür, auch in den Ferien im eigenen Land zu bleiben. Die deutsche Wirtschaft dankt, spülen doch die deutschen Touristen jährlich zahlreiche Millionen in die ansonsten leeren Kassen verschiedener Städte und Gemeinden. Doch nicht nur die vom Tourismus verwöhnten Landstriche und Regionen freuen sich über das gleichbleibende Interesse an deutschen Urlaubsorten. Entwicklungen in der Tourismusbranche spiegeln sich im Hotel- und Gastronomiegewerbe wieder (siehe hierzu auch http://www.agitano.com/tourismusbranche-waechst-und-mit-ihr-der-hotel-und-gastronomiebedarf/57028), denn dort sitzen die zahlreichen Zulieferer aus den unterschiedlichsten Branchen, die mit vielen kleinen und großen Produkten beispielsweise einen Hotelaufenthalt überhaupt erst möglich machen.

Ein Blick zur Seite

Wer den Wirtschaftsfaktor Tourismus untersucht oder eingehender betrachtet, darf nicht vergessen, dass mit diesem Wirtschaftszweig weitaus mehr Existenzen verknüpft sind, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Es geht nicht nur um die Hotelbesitzer, die Zimmermädchen, die Angestellten von Tourismus-Agenturen oder die Skilehrer in den alpinen Wintergebieten. Auch die Mitarbeiter von B2B-Unternehmen, die für den Hotel- und Gastronomiebedarf zuständig sind, können sich ihrer Arbeitsplätze sicher sein, so lange die Tourismusbranche weiterhin boomt.

Um sich in dieser Richtung allerdings ein stabiles Standbein zu verschaffen, ist es klug und umsichtig, sich auch zukünftig durch eine innovative Entwicklung auszuzeichnen. Denn Trends können immer wieder kippen und was im einen Augenblick noch als feststehende Tatsache angesehen wurde, kann sich schon im nächsten Moment zu einer schönen Erinnerung verflüchtigen, die mit der aktuellen Realität nichts mehr gemein hat.

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(c) UHL Österreich

Genau aus diesem Grund legen schon jetzt viele B2B-Unternehmen aus dem Hotel- und Gastronomiegewerbe großes Gewicht auf eine möglichst internationale Präsenz. Der Speisekartenhersteller UHL aus Österreich beispielsweise beliefert mit seinen Wein- und Menükarten Einzelhotels und Ketten auf der ganzen Welt. Und auch andere Unternehmen, die beispielsweise Bestecke (z.B. Berndorf Besteck) oder Wäsche (z.B. Helmich) für den Gastronomiebedarf herstellen, haben sich längst international ausgerichtet. Das Ziel ist es , möglichst flächendeckend wirksam zu werden und den Wirkungsbereich auf verschiedene Teile der Welt auszustrecken. Unternehmen, die dagegen ausschließlich lokal ansässig sind und operieren, verschließen sich gegenüber den Entwicklungen auf dem Markt, da beispielsweise vom Trend der Mehrfachreisen letztendlich theoretisch alle der Tourismusbranche anhängigen Unternehmen profitieren könnten.

Oliver Foitzik

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