Management

Typischer Wirtschaftskrimineller zu 87% männlich und zu 82% Führungskraft

Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG Schweiz hat in einer Studie die typischen Wirtschaftsdelikte untersucht, das sind Veruntreuung und Beschaffungskriminalität. Demnach ist der typische Wirtschaftskriminelle in 87 Prozent der Fälle männlich, arbeitet zu 82 Prozent in einer führenden Position – zumeist im Finanzbereich oder Vertrieb – und ist in 76 Prozent der Fälle zwischen 36 und 55 Jahre alt. Knapp zwei Drittel sind langjährige Mitarbeiter in Führungspositionen, die bereits fünf Jahre im Unternehmen arbeiten, wenn die Straftat aufgedeckt wird, ein Drittel arbeitet sogar schon über zehn Jahre lang in dem Unternehmen. Zusammengefasst heißt das, der typische Wirtschaftskriminelle ist stark karriere- und erfolgsorientiert, entscheidungsfreudig und sozial hervorragend in das Unternehmen integriert, zudem ist er extrovertiert, unbescholten und überdurchschnittlich gebildet. 53 Prozent der Täter stammen aus den höheren Hierarchieebenen, also der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat. Als Motive gelten persönlicher Geldgier, Budgetkürzungen, Leistungsdruck, Veränderungen der persönlichen Lebensumstände (zu teurer Lebensstil), zu hoch gesteckte Arbeitsziele und oft lückenhafte Kontrollmechanismen. Obwohl etwa 56 Prozent der kriminellen Handlungen Alarmsignale vorausgehen, werden nur 6 Prozent davon nachgegangen. Zur Aufdeckung der Fälle führen oft anonyme Hinweise aus dem Unternehmen oder von Geschäftspartnern. Die häufigsten Tatbestände sind: Veruntreuung von Vermögenswerten und Beschaffungskriminalität (43 Prozent der untersuchten Fälle), das Fälschen von Zahlen im Finanzreporting sowie bei Rechnungen, um sich persönliche finanzielle Vorteile zu verschaffen, sowie die Annahme von Bestechungsgeldern für zu teure Rechnungen und die geheime Preisabsprachen zwischen Lieferanten. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte also auf Frauen sowie auf weniger extrovertierte Angestellte setzen.

 

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