Wirtschaft

Ukraine tanzt auf 2 Hochzeiten – die Braut, die sich nicht entscheidet

Letzte Woche wurde bekannt, dass die Ukraine noch im laufenden Jahr das Assoziierungsabkommen für eine künftige EU-Mitgliedschaft mit der Europäischen Union festlegen will. Das Assoziierungsabkommen beinhaltet auch ein Abkommen über die Bildung einer Freihandelszone, die noch in 2011 in Kraft treten könnte. Nun flirtet Präsident Janukowitsch allerdings auch mit der Zollunion im postsowjetischen Raum. Laut Janukowitsch könnte sich die Ukraine noch im Juli gleichberechtigt dem Protokoll über die Bildung der Zollunion Russland-Weißrussland-Kasachstan anschließen. Dies würde, so heißt es aus Kiew, eine Annäherung des europäischen und des euroasiatischen Wirtschaftsraumes ermöglichen. Ein Beitritt zur Zollunion würde zudem die Schaffung einer Freihandelszone mit der Europäischen Union keinesfalls behindern. Die Ukraine ist in einen nach Europa orientierten westlichen Landesteil und einen traditionell eher nach Russland orientierten östlichen Landesteil gespalten (Schaukelpolitik zwischen der EU und Russland). Das osteuropäische Land ist das wichtigste Gastransitland für die Europäische Union und daher von strategischer Bedeutung im Sinne der Energiesicherheit. Rund 80% des russischen Gases für die Gemeinschaft fließen derzeit (noch) durch das Leitungssystem der Ukraine. Russland versucht sich genauso von der dem Transitland Ukraine zu diversifizieren (Nord Stream, South Stream, Blue Stream), wie die EU von dem Erzeuger Russland (Nabucco).
 

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