Energie & Umwelt

Ukraine will Billionenschatz an Gasvorräten schneller fördern

Gegenwärtig deckt die Ukraine mit 15 Atomreaktoren über die Hälfte seiner Stromerzeugung. In dem Land steht auch der Atom-"Sarkophag" des Katastrophen-AKWs Tschernobyl. Die Ukraine ist auch das wichtigste Transitland für Erdgas aus Russland: Über 80 Prozent des nach Europa importierten russischen Gases wird durch die Ukraine geleitet. Dabei fördert das Land selber jährlich rund 20 Milliarden Kubikmeter Gas für den Eigenbedarf und kauft zusätzliche 40 Milliarden in Russland ein. Nun will Kiew verstärkt seine rieseigen Öl- und Gasvorkommen erschließen. In Singapur wurde bereits eine moderne Bohrinsel gekauft, die dann ab Herbst im größten Ölvorkommen im Schwarzmeerschelf eingesetzt werden soll. Insgesamt soll die Förderung vorerst mindestens verdoppelt werden. Dafür werden jedoch fortschrittliche Technologie benötigt (Tiefseeförderung) und daher Joint Venture mit russischen Förderern angestrebt. Die gesamten einheimischen Schiefergasvorräte (unkonventionelle Gaslagerstätte) seien zudem die größten in Europa und werden auf 5.000 Mrd. bis 8.000 Mrd. Kubikmeter geschätzt, die konventionellen Schelfgas-Lagerstätten im Festlandsockel des Schwarzen Meeres noch gar nicht mit eingerechnet. Die Vorräte an Grubenmethan in den Bergbauregionen Donetsk und Luhansk machen insgesamt 7.000 Mrd. bis 8.000 Mrd. Kubikmeter aus, das wären 2,9% der Weltvorräte. Derzeit kosten 1.000 Kubikmeter Erdgas an den Spotmärkten rund 350 Dollar. Die Reserven übersteigen also zusammen die Billionen-Euro-Grenze deutlich.
 

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