Energiepolitik

Umweltdialog: Auswirkungen des Netzausbaus auf Mensch und Umwelt – Information und Beteiligung der Bürger

Energieforschung in Bayern: Neuer Energiecampus Nürnberg (EnCN)
[Bild: Björn Schledorn / pixelio.de]

Das deutsche Stromnetz ist laut aktuellen Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) inzwischen 1,8 Millionen Kilometer lang. Damit könnte der Äquator insgesamt 45-mal umrundet werden.

Über 80 Prozent des deutschen Stromnetzes (1,44 Millionen Kilometer) entfallen dabei auf Erdverkabelung. Damit hat sich dieser Anteil von rund 70 Prozent im Jahr 2002 deutlich erhöht. Die restlichen 350.000 Kilometer werden durch Freileitungen abgedeckt.

Das Stromnetz unterteilt sich in vier Spannungsebenen

Die Niederspannungsebene, die regionalen Verteilnetze der Mittelspannungsebene, die Hochspannungsebene und die überregionalen Höchstspannungsnetze.

  • Der längste Teil der Stromnetze entfällt mit 1,16 Millionen Kilometern auf die Niederspannungsebene (bis einschließlich ein Kilovolt) zur Versorgung der Haushalte, kleinerer Gewerbebetriebe und der Landwirtschaft.
  • In den regionalen Verteilnetzen kommt die Mittelspannungsebene (über 1 bis einschließlich 72,5 Kilovolt) auf eine Länge von 513.500 Kilometer.
  • Die Hochspannungsebene (über 72,5 bis einschließlich 125 Kilovolt), die v.a. von lokalen Stromversorgern, Industrie sowie größeren Gewerbebetrieben genutzt wird, kommt auf 79.900 Kilometer.
  • Die überregionalen Höchstspannungsnetze (über 125 Kilovolt) werden auch als „Stromautobahnen“ bezeichnet. Sie kommen auf eine Länge von 34.810 Kilometer. Neben der Verbindung der Regionen und mit dem Ausland sind die Kunden in diesem Großhandelsbereich regionale Stromversorger und sehr große Industriebetriebe.

Auswirkungen des Netzausbaus auf Mensch und Umwelt

Am 22. und 23. April 2013 veranstaltet die Bundesnetzagentur in Hannover ihren ersten Umweltdialog zu den Auswirkungen des Netzausbaus auf Mensch und Umwelt. In diesem Rahmen wird über die ökologischen Auswirkungen von Höchstspannungsfreileitungen und Erdkabeln auf den Menschen, die biologische Vielfalt sowie auf das Kultur- und Landschaftsbild informiert und diskutiert.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur: „Wir können eine Akzeptanz des Netzausbaus in der Bevölkerung nur erreichen, wenn wir die Belange des Klima- sowie des Umwelt- und Naturschutzes umfassend und frühzeitig berücksichtigen. (…) Wir freuen uns auf offene und konstruktive Gespräche.“

Anmeldungen zum Umweltdialog sind per E-Mail (umweltdialog-2013@bnetza.de) oder telefonisch unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 638 9 638 möglich. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Das detaillierte Programm ist im Internet (www.netzausbau.de/Umweltdialog-2013.html) verfügbar.

Weitere Veranstaltungen zum Thema Netzausbau

Die Bundesnetzagentur bietet allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich über die Folgen des anstehenden Stromnetzausbau zu informieren und sich somit direkt an der öffentlichen Diskussion zu beteiligen. Dabei sollen die Meinungen, Ideen und Bedenken der Öffentlichkeit in den Gestaltungsprozess des Netzausbaus einfließen, damit eine breite Zustimmung für diesen Aspekt der Energiewende erzeugt werden kann.

Der nun anstehende Umweltdialog in Hannover ist Teil des bundesweiten Bürgerdialogs zum Netzausbau. Die Termine der weiteren Dialog- und Informationsveranstaltungen zum Thema Netzausbau sind im Internet (www.netzausbau.de/Termine) veröffentlicht.

Weiterführende Informationen:

BSW-Studie: Netzausbau für 55 GW Solarstrom kostet nur 1 Mrd. Euro bis 2020
Studie korrigiert Altmaiers „Billionen“-Rechnung – Energiewende ist ein Gewinn: (U.a.: Laut einem internen Bahn-Papier von Ende 2010 würden sich die Kosten des Stromnetzausbaus von 40 Milliarden Euro auf 2-2,5 Milliarden Euro reduzieren lassen, wenn die bestehenden bahneigenen Stromtrassen entlang der Bahnstrecken ausgebaut und um 15 Meter aufgestockt werden würden. Beide Zahlen sind deutlich niedriger als die von Altmaier veranschlagten 300 Milliarden Euro – zudem reduziert sich die Notwendigkeit des Ausbaus, wenn der Strom dezentral und nahe an den großen Verbrauchszentren produziert wird. Im Grunde geht es hier um die drei großen Industriezentren Ruhrgebiet und die Großräume Stuttgart und München.)
Herausforderungen im Stromnetz sind lösbar
Dezentrale Erneuerbare können Kosten des Netzausbaus von 20 Mrd. deutlich reduzieren

(mb)

Marc Brümmer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.