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Unangenehme Gespräche sind Teil des Führungsalltags

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Andreas Buhr ist der Experte für Führung im Vertrieb – Er gibt im Interview Tipps, wie man unangenehme Gespräche richtig führt (Bild: © Andreas Buhr)

Unangenehme Gespräche führen, gehört zum Führungsalltag von Entscheidern und Führungskräften. Nur viele meiden dies. Wie man dies richtig macht und was richtig führen bedeutet, dazu haben wir mit Andreas Buhr, Experte für Führung im Vertrieb, im Interview gesprochen.

Hinweis der Redaktion: Andreas Buhr können Sie auch auf den 9. GSA Convention 2014, die vom 11. bis 13. September in Bonn statt findet, erleben.

Und Sie können mit der GSA Convention 2014 drei tolle Preise gewinnen, noch bis zum Mittwoch, 10. September 2014, 12:00 Uhr: http://www.agitano.com/mit-der-gsa-convention-2014-gewinnen/79108.

 

Interview mit Andreas Buhr zu Führung und unangenehme Gespräche richtig führen

Schönen guten Tag Herr Buhr, Sie sind Präsident der German Speaker Association (GSA) und mehrfach ausgezeichneter Speaker, Trainer, Dozent und Autor zu Führung und Vertrieb. Was müssen Führungskräfte heute mitbringen, um erfolgreich zu sein?

Führungskräfte müssen in erste Linie Vorbild sein. Denn nur das beweisende Vorbild führt authentisch und überzeugend. Wenn zudem die Erkenntnis kommt, dass wir alle immer Teil eines Ganzen sind, sind die Voraussetzungen dafür gut, dass Führungskräfte akzeptiert werden und wirksam handeln können. Führungskräfte haben schwierige Aufgaben zu erledigen, sie müssen unbeliebte Entscheidungen treffen, unangenehme Gespräche oder Krisengespräche mit Mitarbeitern führen. Da ist es wichtig, dass die Mitarbeiter hinter ihrem Chef stehen. Es braucht eine gute Mannschaft, in der die passenden Leute am richtigen Platz zum Einsatz kommen. Es ist nicht der Mensch, sondern es sind die Stärken des Menschen, die entwickelt und im Sinne des Gesamterfolges eingesetzt werden müssen.

Sie sagten gerade, dass Führungskräfte auch unangenehme Aufgaben haben und unangenehme Gespräche führen müssen. Was meinen Sie damit?

In der Zusammenarbeit ist, bei allen Bemühungen um eine offene Kommunikationskultur, dass Missverständnis die traurige Regel sind. Daher gehört es bei Topleuten dazu, dass sie oft unangenehme Gespräche führen, unliebsame Aufgaben übernehmen und Themen offen und direkt ansprechen müssen, um damit die Grundlage für den weiteren Erfolg zu legen. Das gilt auch für kritische Entscheidungen, egal ob sachlicher oder menschlicher Art.

Viele Führungskräfte meiden unangenehme Gespräche oder schieben diese vor sich her. Warum ist dies so und was machen Führungskräfte dabei meist falsch?

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Unangenehme Gespräche gehören zum Führungsalltag von Entscheidern dazu (Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de)

Ich erlebe das meist so, dass es zwar die Erkenntnis gibt, dass Unangenehmes möglichst konstruktiv und motivierend hin zum Positiven anzusprechen ist – dafür aber oft die passenden Worte fehlen. Es hängt an der Antwort auf die Frage: „Wie formuliere ich das Unangenehme so, dass sich das Verhalten des Anderen zielorientiert und mit seinem inneren Einverständnis ändert, ohne dass der Streit grösser wird?“ Nun, das ist eine Frage des Trainings. Hier kommen wir als Führungstrainer und Experten ins Spiel.

Was sollten Führungskräfte machen, um unangenehme Gespräche erfolgreich durchzuführen und zu meistern?

Eine gute Vorbereitung auf unangenehme Gespräche ist entscheidend! Technisch, persönlich und emotional. Technische Vorbereitung bedeutet, dass sich die Führungskraft die Fakten vor Augen rufen sollte, sprich was hat der Mitarbeiter gut gemacht, was ist weniger gut gelaufen? Emotionale Vorbereitung heißt, sich in ein paar Minuten klar zu machen: Warum liegt der Mitarbeiter mir am Herzen? Was mag ich an ihm? Und was sind die guten Gründe für eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit? Damit ist eine konstruktive, wertschätzende Grundrichtung des Gespräches gesetzt. Dann erst kann es losgehen – und zwar auf der Basis schriftlicher Notizen über diese Fakten. Nix Schwammiges, keine Vorwürfe. Vorbereitung ist hier Schrittmacher des Erfolges. So können auch unangenehme Gespräche erfolgreich gemeistert werden.

Welcher Bedeutung kommt hier der Körpersprache und dem Blickkontakt zu? Was ist hier zu beachten?

Haltung, Gestik, Mimik … Körpersprache kommt aus dem Unterbewusstsein. Natürlich kann eine gut trainierte, erfahrene Führungskraft sich auf den Gesprächspartner einstellen und durch Techniken dem anderen ein gutes Gefühl vermitteln. Allein schon die Wahl des richtigen Ortes ist für unangenehme Gespräche meist die halbe Miete. Ich habe es oft erlebt, dass schwierige Themen während eines Spaziergangs sehr gut zu klären sind. Bewegung bewegt. Physiologiewechsel ist Psychologiewechsel.

Was müssen Führungskräfte aus Ihrer Sicht noch besonders gut können?

Sie müssen authentisch sein, eine genaue Idee und Vorstellung von der Zukunft haben, sich über ihre Ziele im Klaren sein und unbeirrt ihren Weg gehen. Gerade in Zeiten des Wandels, also jetzt, bieten sie damit Orientierung für ihr Umfeld. Unternehmer nennen das „Blei im Boot haben“.

Ist man eigentlich zur Führungskraft geboren oder kann man sich diese Fähigkeiten im Laufe der Zeit aneignen?

Wir unterscheiden zwischen Führung und Management. Führung ist strategisch, emotional und effektiv. Führung bedeutet, die richtigen Dinge zu tun. Management ist taktisch, sachlich, effizient. Management bedeutet, die Dinge richtig zu tun. Das bedeutet, organisieren, Maßnahmen zuweisen und kontrollieren. Management ist Handwerk und klar lernbar. Führung ist eine andere Sache. Hier braucht es sicher Talent, Veranlagung und einen Charakter, der führen will. Dann ist auch die Fähigkeit zu führen entwickelbar!

Vom 11. bis zum 13. September 2014 findet die 9. Internationale Convention der German Speakers Association (GSA) unter dem Motto „Speaking 3.0: Mehr als Reden“ statt. Was dürfen die Teilnehmer von Kongress erwarten?

Wie Sie selbst sagen, dieses Jahr dreht sich alles um „Speaking 3.0“ und damit die Verschmelzung von Realität und virtueller Welt: Das Speaking-Business der Zukunft ist sowohl online als auch offline. Beide Welten können voneinander profitieren und gemeinsam neue Synergien entstehen lassen. Die Teilnehmer erwartet ein tolles Programm mit zahlreichen Workshops, Keynotes und Sessions. Highlight wird natürlich wie jedes Jahr der Gala-Abend am Convention-Freitag sein. Neben der alljährlichen Verleihung des Deutschen Rednerpreises werden wir dieses Mal eine echte Premiere feiern: Wir werden zum ersten Mal den „German Speakers Global Award“ an eine herausragende internationale Persönlichkeit vergeben. Sind Sie schon angemeldet? Wenn nein, dann holen Sie das gerne noch nach. Es wird ein Feuerwerk an Rednern, an Themen und Technik. Wir haben eine sehr gute, spannende und inspirierende Mischung von internationalen und nationalen Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Programm. Sehen wir uns?

Vielen Dank Herr Buhr für das interessante Gespräch und Ihre spannenden Ausführungen rund Führung und unangenehme Gespräche als Führungskraft führen. Ich wünsche Ihnen für die GSA-Convention 2014 viel Erfolg und eine tolle Veranstaltung.

Das Interview mit Andreas Buhr führte Oliver Foitzik, Herausgeber des Wirtschafts- und Mittelstandsmagazins AGITANO und vom HCC-Magazin zum betrieblichen Gesundheitsmanagement.

 

Andreas Buhr, Führung, Vertrieb, Speaker, GSA, Coach, Berater
Andreas Buhr ist der Experte für Führung im Vertrieb (Bild: © Andreas Buhr)

Über Andreas Buhr

Andreas Buhr ist der Experte für Führung im Vertrieb. Der mehrfach ausgezeichnete Speaker und erfolgreiche Trainer, Dozent und Autor ist Gründer und Vorstand der Buhr & Team Akademie für Führung und Vertrieb AG (vormals go! Akademie), Düsseldorf. Das Trainerteam ist auf Praxistrainings für Führung und Vertrieb spezialisiert. Andreas Buhr ist amtierender Präsident der German Speakers Association (GSA) sowie Expert-Member im Club 55, dem Europäischen Expertenteam für Marketing und Verkauf. Er ist zudem Dozent für Leadership und Vertrieb an der ESB Business School, Reutlingen, und an der ZfU International Business School, Schweiz. Ferner ist er Lehrbeauftragter an der Steinbeis Hochschule in Berlin und kooperiert mit der Management School St. Gallen.

 

Hinweis der Redaktion:

Vom 11. bis 13. September findet die 9. GSA Convention 2014 mit dem Motto „Speaking 3.0“ in Bonn statt, der Dreh- und Angelpunkt der deutschsprachigen und internationalen Rednerszene. Feierlicher Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung werden die erstmalige Verleihung des „German Speakers Global Awards“ an eine herausragende internationale Persönlichkeit sowie die Vergabe des Deutschen Rednerpreises und die Ehrung für die „GSA Hall of Fame“ sein. Wer Albrecht Kresse live erleben möchte, hat auf der 9. GSA Convention 2014 die Möglichkeit dazu.

 

Oliver Foitzik

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