Wirtschaft

Unklarheit über Griechenlands Schuldenrückzahlung

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die derzeitige Position der griechischen Regierung unterstützt, die eine Umschuldung der Staatsschulden derzeit (noch) strikt ablehnt. Eine IWF-Sprecherin: „Wie wir beständig erklärt haben, der IWF unterstützt die Ablehnung Griechenlands einer Umschuldung und die Entschlossenheit der griechischen Regierung, ihren Verpflichtungen vollständig nachzukommen.“ Damit wurde Medienberichten widersprochen, laut denen der IWF die griechische Regierung zu einer baldigen Umschuldung dränge, damit die Schuldenquote von rund 150 Prozent des BIP zügig verringert und der Haushalt saniert werden kann. Griechenland wird von der derzeit außerordentlich hohen Zinslast quasi erdrückt (hoher Schuldenstand bei gleichzeitig hoher Zinsrate). Denkbar seien demnach ein Schuldenschnitt, eine Verlängerung der Anleihelaufzeiten oder niedrigere Zinsen. In allen drei Fällen müssten die Gläubiger auf einen Teil ihrer Rendite verzichten. Die Spekulationen kamen im Zuge der neuesten Zahlen aus Griechenland auf. Demnach hat das Etatdefizit 2010 voraussichtlich 10,6 statt den bisher angenommenen 9,4 Prozent des BIP betragen. Daher würde laut dem Magazin „Der Spiegel“ der IWF eine baldige Umschuldung Griechenlands fordern, schrecke allerdings noch davor zurück, seine Überlegungen öffentlich zu machen, weil sonst negative Konsequenzen für das ebenfalls angeschlagene Portugal befürchtet werden. Auch Portugal hat seine eigenen Sparpläne 2010 verfehlt: Anstatt einem Defizit von 7,3 Prozent betrug das Haushaltsdefizit 8,6 Prozent. Der Grund seien Hilfen an portugiesische Banken und Verbindlichkeiten von öffentlichen Unternehmen. Erfahrungen anderer Länder wie Argentinien zeigen allerdings, dass eine gut gemanagte Umschuldung die Nervosität an den Finanzmärkten beruhigen kann und somit neue, weitere Kredite nicht ausschließt. Im Gegenteil: Klarheit und Stabilität ziehen eher neue Investoren an als eine ungewisse Zukunft.
 

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