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Unternehmergespräche: Markenbildung im Mittelstand – Praxisbeispiel mit ERNST RaumQualität

Tempo, Nivea, Labello… Im alltäglichen Sprachgebrauch verwendet jeder ganz selbstverständlich diese Markennamen für die jeweiligen Produkte und – das ist das erstaunliche daran – sogar für die Produkte der Konkurrenz. Die Marken sind so erfolgreich, dass Konsumenten nicht mehr unterscheiden und das Produkt automatisch mit der Marke identifizieren.

Augsburger Unternehmergespräche zur Markenbildung

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[Bild: Julien Christ / pixelio.de]

Auch für den Mittelstand sind ähnliche Strategien machbar. Allerdings müssen bei der Markenkernbildung im Mittelstand einige Dinge grundlegend anders gemacht werden, um nicht in eine Kostenfalle zu tappen. Welche verschiedenen Grundlinien es zu beachten gilt, erfahren interessierte Unternehmer auf den 1. AGITANO Unternehmergesprächen Augsburg mit dem Motto: „Erfolg durch Marke – Konkrete (und bezahlbare) Wege für Mittelständler“ im Profilbüro in Augsburg am Dienstag, den 19. März 2013 (von 17:30 bis 21:30 Uhr). Weiterführende Informationen sowie die Online-Anmeldung zu den 1. AGITANO Unternehmergesprächen am 19.03.2013 in Augsburg finden Sie hier.

Praxisinterview mit Hans-Werner Ernst von der ERNST RaumQualität ®

Schönen guten Tag Herr Ernst. Sie haben vor fast 30 Jahren die Schreinerei Ihres Vaters übernommen. Mittlerweile ist ERNST RaumQualität ® ein eingetragenes Markenzeichen – über diesen Prozess werden Sie auch auf den AGITANO Unternehmergesprächen als gelungenes Praxisbeispiel referieren. Was hat Sie dazu bewogen, Ihr Unternehmen mit einem Markennamen zu versehen?

In einer Weiterbildungsreihe durfte ich vor ca. zehn Jahren lernen, dass Wohlfühlen im und um´s Haus doch wesentlich von den jeweiligen Grundrissen und einer entsprechenden Einrichtung, den Farben u.v.a.m. abhängt. Um diese neue Ausrichtung, die mich deutlich von meinen Wettbewerbern unterscheidet, nach außen darzustellen, habe ich Ernst RaumQualität zur Marke angemeldet.

Sie haben sich vor zwei Jahren mit dem Thema Markenbildung aktiv auseinandersetzt und sich konkret der Markenkernarbeit für Ihre eigene Marke gewidmet. Wie lief dieser Prozess damals ab?

Unternehmergespräche, Augsburg
Bild: ERNST RaumQualität

In den Jahren 2009 und 2010 ist mir, bedingt durch die Wirtschaftskrise, mein Hauptstandbein, der hochwertige Ladenbau, vorübergehend komplett weggebrochen. Auf der Suche nach neuen Aufträgen, war mir zunächst alles recht, was zu kriegen war. Dabei wurden auch Objekte bearbeitet, die mir meiner Marke wirklich nichts mehr zu tun hatten. Das Ergebnis war ernüchternd schlecht. Dabei kam immer mehr das Gefühl in mir hoch, das Teile meines Produktportfolio nicht mit meinen Potenzialen in Einklang zu bringen waren. Ich suchte die Unterstützung von Unternehmensberatern, die mir aber nur Geld abgeknöpft haben, ohne mir bei der Definition meiner Potenziale wirklich zu helfen. Dadurch hielt auch der Abwärtstrend im Unternehmen an und führte mich in die absolute Krise. In dieser Zeit lernte ich die Markenkernarbeit kennen, die Herr Skarke vom Profilbüro entwickelt hat.

Was hat diese Arbeit bei Ihnen und in Ihrem Unternehmen bewegt?

Ich habe erkannt, dass eine angemeldete Marke noch lange kein Garant für eine erfolgreiche Vermarktung ist. Erst durch die Markenkernanalyse wurde mir bewusst, wo genau meine Potenziale liegen und was ich besser sein lassen sollte. Dadurch kam es zwangsläufig zu einem Portfolio-Clearing und zur verstärkten Ausrichtung auf den wirklichen Kern meiner Marke.

Gab es Widerstände in diesem Prozess und wenn ja, wie sind Sie damit umgegangen?

Nein nicht wirklich. Die größten Widerstände kamen von mir selbst, da ich lernen musste, nein zu sagen, obwohl vermeintlich gute Aufträge zu holen gewesen wären.

Was war für Sie der größte Mehrwert aus der Markenarbeit und wo merken Sie heute deutlich den Vorteil daraus?

Es war für mich die Klarheit für meine unternehmerischen Entscheidungen und Zieldefinitionen. Jetzt fällt es mir z.B. sehr viel leichter, Zielgruppen zu definieren und sie in passenden Marketingaktionen zu bewerben. Meine Kreativität erfuhr durch mein neues Selbstverständnis einen kräftigen Schub. Ich bin mit mir und meinen Potenzialen im Reinen und kann das selbstbewusst nach außen strahlen und die Anerkennung und Wertschätzung meiner Kunden auch gerne annehmen.

Herr Ernst, vielen Dank für das interessante Gespräch. Mehr dann zu Ihren Erfahrungen auf Ihrem Vortrag bei den Augsburger Unternehmergesprächen am Dienstag, den 19. März 2013.

Das Interview führte Oliver Foitzik (Herausgeber AGITANO / Geschäftsführer FOMACO GmbH).

Weiterführende Informationen sowie die Online-Anmeldung zu den 1. AGITANO Unternehmergesprächen am 19.03.2013 in Augsburg finden Sie hier.

Marc Brümmer

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