Wirtschaft

US-Bundesstaaten revoltieren gegen die Großbanken der Wall Street

Die USA gelten als das kapitalistische par excellence. Nun regt sich jedoch in dem Land der Widerstand gegen die Geschäftspraktiken der Großbanken der Wall Street. Dabei kommt der Widerstand allerdings nicht von der Straße, sondern wird von regionalen Finanzbeamten, Unternehmern und Gouverneuren getragen. Acht Bundesstaaten (darunter Washington, Louisiana, Massachusetts und Kalifornien) bereiten derzeit die Gründung staatlicher Geschäftsbanken vor. Das Geld soll dann von den Wall Street Banken abgezogen und selbst verwaltet werden. Von den Gewinnen sollen dann die Haushalte der verschuldeten Bundesstaaten profitieren, mehr und günstigere Kredite für die lokale Wirtschaft ausgegeben und die Refinanzierungskosten gesenkt werden. Alles in allem erwarten sich die Bundesstaaten steigende Einnahmen und einen kräftigen Impuls für die eigene lokale Wirtschaft. Mike Kraus, ex-Finanzchef des Bezirks Bucks County in Pennsylvania, fasst die Entwicklung zusammen: „Quer durch die USA kämpfen die Regierungen mit riesigen Etatlöchern und klaffenden Fehlbeträgen im Pensionssystem. Aber es gibt eine Lösung, um die Staatsfinanzen auch ohne höhere Steuern wieder zu stabilisieren: Das sind staatliche Banken.“ Wirtschaftsprofessor Timothy Canova aus Kalifornien ergänzt: „Kalifornien ist die größte Volkswirtschaft in den Vereinigten Staaten, aber wir sind nicht in der Lage, hunderte von Milliarden Dollar an Staatseinkünften in unsere eigene Wirtschaft zu lenken, weil wir das Geld bei großen Privatbanken deponieren, die damit spekulieren und am Ende mit Derivaten sogar gegen die Anleihen von Kalifornien wetten.“

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