Wirtschaft

US-Protest Occupy Wall Street weitet sich immer mehr aus

Das Momentum der nordafrikanischen Befreiungsbewegungen, mit großen Massendemonstrationen gegen staatliche Fehlentwicklungen vorzugehen, die zum Sturz der autoritären Regime des Maghreb geführt haben, breitet sich mehr und mehr im Kernland des Kapitalismus aus. Bereits seit knapp drei Wochen demonstrieren Tausende von US-Amerikaner in New York vor der Wall Street gegen die Macht der Großbanken und der Finanzbranche. Das Motto: „Occupy Wall Street – Besetzt die Wall Street.“ Das Börsengebäude ist weiträumig durch Polizisten abgesperrt. Vorläufiger Höhepunkt war die Verhaftung von 700 Demonstranten am Samstag, die auf der Brooklyn-Brücke den Verkehr stundenlang lahmgelegt hatten. Inzwischen weiten sich die Proteste auf weitere US-Städte aus (Boston, Los Angeles und Chicago sowie 21 weitere Städte), Gewerkschaften bekunden ihre Solidarität und Prominente wie der Filmemacher Michael Moore und die Schauspieler Susan Sarandon und Alec Baldwin besuchten die Demonstranten in ihrem Lager im New Yorker Zuccotti Park. Der US-Ökonom und Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz zählt ebenfalls zu den prominenten Unterstützern. Er sprach vor den Demonstranten davon, dass die Banken die Politik gekapert hätten. Das Börsenparkett zeigt sich jedoch entgegen der steigenden Aufmerksamkeit in den US-Medien von den Protesten nach wie vor unbeeindruckt.

Auf der eigenen Website occupytogether.org wurden weitere Proteste für 139 Städte in den USA angekündigt. Die Wut über die Finanzmärkte weitet sich zudem über den Globus aus: Proteste wurden auch für Tokio, London, Prag und auch deutsche Städte wie Frankfurt, Hamburg und Köln angekündigt. Koordiniert wird unter anderem auch über Facebook und Twitter.
 

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