Wirtschaft

USA unternehmen erste Schritte, um die Macht der Ratingagenturen zu brechen

Das Geschäftsmodell der Ratingagenturen wird derzeit noch erheblich dadurch gefördert, beziehungsweise staatlich alimentiert, dass der US-Gesetzgeber vorschreibt, dass ein grosser Teil der Wertpapiere von den Ratingagenturen bewertet werden muss. Hier liegt auch er Schlüssel, um die viel kritisierte Macht der Ratingagenturen zu brechen.

Bereits letztes Jahr wurden erste Konsequenzen aus den eklatanten Fehlleistungen der Ratingagenturen während des US-Hypotheken-Booms gezogen: Die entsprechende Finanzmarktreform sieht vor, dass die Banken nicht mehr zwangsweise bei der Bewertung ihrer Assets auf die Urteile der Ratingagenturen angewiesen sind. Wie die Risiken allerdings nun bewertet werden sollen blieb bislang unklar. Von den Risiken hängt auch der Sicherheitspuffer, sprich das Eigenkapital ab, das die Banken vorhalten müssen.

Die US-Aufsichtsbehörden, bestehend aus der staatlichen Einlagenversicherung FDIC, der US-Notenbank Fed und das Office of the Comptroller of the Currency, haben nun einen gemeinsamen Vorschlag unterbreitet: Die Banken sollen nun selbst unterschiedliche Bewertungsmethoden anwenden und dabei auf ein von der OECD benutztes Klassifikationssystem und auf öffentlich zugängliche Marktdaten zurückgreifen. Die Vorschläge sollen zunächst nur für die 30 grössten US-Banken gelten, aber den Nukleus für umfassende Regeln für das gesamte Bankensystem bilden. Damit würde das jetzige System, das den Ratingagenturen eine so gewichtige Rolle zuspricht, grundlegend geändert und die Macht der Ratingagenturen gebrochen. Allerdings ist noch unklar, wann die Gesetzesvorlage zur Abstimmung kommt oder dann auch in Kraft treten kann.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.