Wirtschaft

USA verklagt Schweizer Finanzinstitut Wegelin

Der für den südlichen Bezirk New Yorks zuständige Staatsanwalt Preet Bharara, sagte laut einer Mitteilung, dass die Schweizer Privatbank Wegelin amerikanischen Steuersündern geholfen oder sie sogar dazu angestiftet habe, die nationalen Steuergesetze zu umgehen bzw. zu verletzen.

Die Bank hat nach Angaben der US-Justiz 2005 undeklarierte Vermögen von US-Bürgern in Höhe von 240 Millionen US-Dollar verwaltet. 2010 sei die Summe bereits auf 1,2 Mrd. Dollar gestiegen.

Als Beispiel für die unlautere Geschäftspraxis wird eine Transaktion aufgeführt, bei der ein Kunde sowohl deklarierte als auch ein undeklariertes Konto hatte. Von einem der deklarierten Konten sollen dem Kunden 16.000 Dollar aus der Schweiz auf ein Konto in den USA überwiesen worden sein. Der Klient hob diesen Betrag von seinem Konto ab und brachte es nach Manhattan, wo er sich mit einem der beschuldigten Banker traf. Dieser habe das Geld einem zweiten Kunden übergeben, der ebenfalls ein nicht deklariertes Konto besessen haben soll. Anschließend wurden dem ersten Kunden die 16.000 Dollar auf seinem undeklarierten Wegelin-Konto in der Schweiz gutgeschrieben. Auf diese Weise sollen die Betroffenen versucht haben, ihre Transaktionen zu verschleiern.

Wegelin selbst unterhält in den USA keine eigenen Filialen und ist daher auf dem US-Markt an UBS gebunden, die als Korrespondenzbank fungiert. Das Geld auf dem USB-Konto von Wegelin, 16,2 Millionen Dollar, wurde mittlerweile beschlagnahmt. Wegelin droht nun eine Buße, die dem zweifachen der erzielten Brutto-Einnahmen aus dem Geschäft mit dem undeklarierten Vermögen entspricht.

Bereits zu Beginn des Jahres wurden drei Kundenberater des Instituts von den USA angeklagt. Daraufhin wurde der überwiegende Anteil der Bank an die Raiffeisen Bank verkauft.

(sm)

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