Energie & Umwelt

Vattenfall stoppt Milliarden CSS-Demonstrationsprojekt in Deutschland

Schon seit 2001 erforscht die schwedische Energiefirma Vattenfall Technologien und Vorgehensweisen für die Speicherung und Endlagerung von CO2 (carbon capture storage, oder kurz CSS). Zu diesem Zweck hat das Unternehmen die Pilotanlage „Schwarze Pumpe“ in Deutschland errichtet, um die Verflüssigung und anschließende Speicherung von CO2 in Salzwasser führenden Sandsteinschichten und ehemaligen Erdgasfeldern zur kommerziellen Nutzung zu entwickeln. Bis 2015/16 wollte Vattenfall in Deutschland eine Demonstrationsanlage in Kraftwerkgröße errichten. Doch Vattenfall, das 1,5 Milliarden Euro in die Anlage investiert hätte, gab nun bekannt, das geplante Projekt abzubrechen. Durch die unsichere gesetzliche Lage bei der CSS-Technologie in Deutschland sei die Weiterführung der Entwicklung nicht mehr tragbar. „Wir müssen leider feststellen, dass es in der deutschen Bundespolitik derzeit keinen hinreichenden Willen gibt, die europäische Richtlinie so umzusetzen, dass ein CCS-Demonstrationsprojekt in Deutschland möglich würde“, so Vattenfalls Deutschland-Chef Tuomo Hatakka. Das Scheitern dieses Projekts sei ein herber Rückschlag für den Umweltschutz und die deutsche Wirtschaft.

Obwohl in Deutschland schon seit Jahren über ein CCS-Gesetz diskutiert wird, haben sich die Länder noch nicht auf ein einheitliches Gesetz einigen können. Der Einsatz der CSS-Technologie ist nicht nur unter den Bundesländern umstritten. Viele Kritiker bemängeln, dass die Auswirkungen der CO2-Lagerung auf die Umwelt noch nicht ausreichend erforscht und geklärt sind. Im Oktober kritisierte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) CCS-Beführworter, die die Erschließung von Lagerstätten in der Nordsee in Betracht zogen. Neben der fehlenden Messgeräte zu Überwachung der Lagerstätten könnte durch das Einlagern von flüssigen CO2, salines Formationswasser austreten und unter anderem das Wattenmeer und wertvolle Trinkwasservorräte gefährden. Des Weiteren reduziert diese Technologie nicht den tatsächlichen CO2-Ausstoß oder verbessert die Effizienz der Fabriken sondern verschiebt die Probleme nur unter die Erde. Bereits Mitte 2010 hatten mehrere regionale deutsche Wasserversorger vor der CSS-Technologie gewarnt: Diese würde das Trink- und Grundwasser gefährden. Bei Lecks drohte den Anwohnern eine ernsthafte Gefährdung.

Vattenfall hält trotz des Rückschlags in Deutschland an seiner CSS-Technologie fest und will sich weiter an europäischen CSS-Projekten beteiligen.

 

 

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