Finanzen

Verschuldung reduzieren – vier Tipps

90.361 Personen nahmen im Jahr 2013 das Angebot einer Schuldnerberatung, zum Beispiel unter Deutsche-Schuldenbefreiung.de wahr, weil sie ihre Verschuldung reduzieren wollten oder mussten. Sie gelten als überschuldet. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist damit seit 2012 wieder leicht rückläufig, wenn auch immer noch auf einem hohen Niveau. Grund für den Rückgang ist sicherlich die niedrige Arbeitslosigkeit – denn der Verlust der Arbeitsstelle ist mit 24 Prozent der Hauptgrund für ein Abrutschen in die Verschuldung.

 

Schritte zum Abbau der Verschuldung

Die Entscheidung, eine Schuldnerberatung aufzusuchen, ist sicherlich ein wichtiger Schritt beim Abbau seiner Verschuldung. Aber es reicht nicht, sich auf Hilfe von außen zu verlassen – ohne Eigeninitiative geht es nicht. Diese vier Schritte helfen Ihnen dabei, Ihre Verschuldung zu reduzieren.

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Mehr als 90.000 Deutsche stecken in den roten Zahlen. (Bild: Martin Günther / pixelio.de)

1. Analyse

Ohne eine fundierte Analyse ihrer Unterlagen kann Ihnen auch ein Schuldnerberater nicht helfen. Sammeln Sie deshalb alle Unterlagen zu Ihren Einnahmen, Ausgaben und Schulden und ordnen Sie sie dementsprechend. Was sind Ihre monatlichen Fixkosten für Miete, Telefonrechnungen, PKW, Strom, Ratenzahlungen, Kredit- und Zinstilgungen? Falls Sie das bisher noch nicht getan haben: Führen Sie ein Haushaltsbuch. So können Sie erkennen, wofür Sie monatlich Geld ausgeben. Denn bisweilen sind es vermeintliche Kleinigkeiten, die in der Summe eine Verschuldung auslösen. Jetzt gilt es, die Einnahmen den Ausgaben gegenüberzustellen: Geben Sie jeden Monat mehr aus, als Sie einnehmen?

2. Einsparpotenziale und Entlastungsmöglichkeiten identifizieren

Betrachten Sie nun Ihre Ausgabenliste genauer: Wo können Sie sparen? Fragen Sie sich bei jedem Posten, ob Sie ihn wirklich brauchen. Ist ein Auto beispielsweise unbedingt nötig – könnten Sie nicht auch auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen? Gibt es günstigere Alternativen zu Ihrem jetzigen Handy- oder Festnetzvertrag? Könnten Sie vielleicht in eine billigere Wohnung umziehen? Oder können Sie Ihre Verschuldung reduzieren, indem Sie Ihre Einnahmen steigern? Wenn Sie bisher nur Teilzeit arbeiten, können Sie vielleicht eine Vollzeitstelle finden, bei der Sie mehr verdienen und so die Verschuldung abbauen.

3. Mit Gläubigern in Kontakt treten

Wenn monatliche Raten für Konsum oder Kredit Sie zu stark belasten, berechnen Sie, wieviel Sie stemmen können, damit Sie am Monatsende mit Plus/Minus-Null dastehen. Treten Sie mit Ihren Gläubigern in Kontakt und verhandeln Sie über eine Reduzierung der Ratenzahlung. Ihren Gläubigern wird es lieber sein, weniger Geld über einen längeren Zeitraum zu bekommen, als gar kein Geld zu bekommen. Auch sie haben also ein Interesse daran, dass Sie nicht zu tief in die Verschuldung abrutschen und werden sich konstruktiv zeigen.

4. Dispo vermeiden

Dispo-Zinsen, also Zinsen für die Überziehung des Giro-Kontos, sind absolut unübersichtlich. Die wenigsten Banken legen sie offen. Wer bereits von Verschuldung bedroht ist, sollte es unbedingt vermeiden, sein Konto zu überziehen: Denn Banken verlangen dafür bis zu 13 Prozent, obwohl der Leitzins auf einem historischen Tiefstand ist und sie sich am Geldmarkt billig versorgen können. Nehmen Sie deshalb lieber einen Kleinkredit auf, wenn es nicht mehr anders geht. Oder, noch besser: Wenn möglich, bitten Sie Familienmitglieder um finanzielle Hilfe.

Katja Heumader

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