Wirtschaft

Vertrauensverlust – Großinvestor Pimco verkauft alle US-Staatsanleihen

Große Investoren entziehen den USA ihr Vertrauen und stoßen US-Staatsanleihen ab. Der zum Allianz-Konzern gehörende weltgrößte Anleiheninvestor Pimco hat bekannt gegeben, sich von allen US-Staatsanleihen (28 Mrd. Dollar) getrennt zu haben. Sorge bereite vor allem die Ungewissheit, was passiert, wenn die US-Notenbank (Fed) den massiven Aufkauf von US-Bonds stoppt. Die Fed hatte in den letzten Monaten rund 70% aller ausgegebenen US-Anleihen gekauft, das 600 Mrd. Dollar umfassende Kaufprogramm läuft jedoch Ende Juni aus. Die Folge könnte ein drastischer Kursverlust für US-Staatanleihen sein, was eine Schuldenkrise wie in Europa vor einem Jahr, mit deutlich steigenden Zinskosten für den US-Staat auslösen könnte (weniger Nachfrage = höhere Zinsen). Der Schuldenstand der USA wird im April/Mai die gesetzliche Obergrenze von 14,3 Bio. Dollar erreichen. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) könnte die Zinslast der USA dann bald doppelt so hoch liegen wie jene Japans oder Spaniens. Derzeit werden die US-Anleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren mit 3,45% verzinst. Ohne die massive Nachfrage durch die Fed lägen die Zinsen bereits rund 1,5% höher.  Die Staatsverschuldung liegt derzeit bei 96,6% des BIP (Deutschland rund 75%), die Gesamtverschuldung der USA über alle Sektoren bei rund 140 Bio. Dollar.
 

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