Kolumnen

Vinitaly 2011 oder der Genuß des frühen Sommers

Unsere Genussreise zur diesjährigen Vinitaly, der weltgrößten Messe für italienischen Wein in Verona, begann mit der Vorfreude auf unseren inzwischen üblichen kulinarischen Zwischenstopp, der bereits zum dritten Mal im Pretzhof im Pfitschtal bei Sterzing erfolgte. Bei Köstlichkeiten aus der eigenen Schlachtung wie Ochsenkeule, Spanferkel oder Lammleber und -nieren, feinen hausgemachten Käsespezialitäten und hervorragenden Gemüsen und Kräutersalaten genossen wir einen Weißburgunder Riserva der Kellerei Terlan. Wir wurden erneut überzeugt von der erstklassigen Qualität der Südtiroler Weine und Speisen und waren gleich aufs Angenehmste auf die nächsten Tage eingestimmt.

 

Die Reise ging weiter zu unserem Domizil in Bardolino am schönen Gardasee, wo wir am Abend "unsere drei Damen" im Giardino delle Esperidi besuchten: Ein kleines, feines Restaurant im sonst doch eher touristisch geprägten Bardolino. Neben den fangfrischen Spezialitäten aus dem See hatten wir unter anderem Wildkaninchen auf Süßholzpürree, zart gegartes Fleisch vom Stier, sowie Cannelloni mit Fisch und Gemüse. Wie immer haben wir uns auf die Weinempfehlung von Signora Susanna verlassen und tranken den Valpolicella Superiore ‚Campi Magri‘ von Corte Sant‘ Alda. Sie gehört übrigens den ‚Le donne del vino‘ an, einer Vereinigung weiblicher Sommeliers und Winzerinnen.

 

Wer einmal zur Vinitaly in Verona gefahren ist, der weiß, daß man es tunlichst vermeiden sollte, mit dem Auto auch nur in die Nähe der Messe zu fahren. Wir wählten also die entspannte Variante und fuhren mit dem Zug von Peschiera del Garda direkt nach Verona. Der Transfer von und zur Messe hingegen ist perfekt organisiert. Schon vor der offiziellen Öffnung wurden wir von unseren Freunden Marco, Elena und Martina von den Weingütern Castello di Uzzano und Tenuta Belsedere empfangen. Es war sehr schön, die Atmosphäre von Spannung und Vorfreude zu erleben, bevor sich die Hallen mit Menschen füllen!

 

Den ersten Termin hatten wir mit einem unserer Favoriten, Alessandro Luzzago vom Weingut Le Chiusure, der uns die frisch abgefüllten Weine der aktuellen Jahrgänge probieren ließ. Allen voran den Groppello, einen hervorragenden Rotwein aus der gleichnamigen autochthonen Rebsorte vom südwestlichen Gardasee. Gleich zwei Südtiroler Weingüter folgten: Christina Ochsenreiter vom Weingut Haderburg ließ uns Ihre köstlichen Schaumweine verkosten, bei denen wir nicht müde werden, Sie zu empfehlen! Markus Prackwieser vom Gumphof präsentierte die neuen Jahrgänge. Mit dem Sauvignon ‚Praesulis‘ nehmen wir künftig den ersten mit drei Gläsern bewerteten Wein ins Programm.

 

Natürlich stand das Weinjahr 2010, das in Italien von viel Regen geprägt war, im Mittelpunkt der Gespräche. Die einhellige Meinung war, daß dieses Jahr aufgrund der schwierigen Bedingungen auf den Weinbergen und durch die erforderliche sorgfältige Auslese hart war. Dafür gebührt den Winzern aber Hochachtung dafür, was sie aus diesen Umständen gemacht haben. Die Weißweine 2010 sind frischer und ausgewogener, runder aber nicht mehr so mächtig. Die Weine dieses Jahrgangs werden mit ihrer Eleganz und Finesse nach einer Folge sonnenverwöhnter Jahre eine willkommene Abwechslung sein und in Sachen Qualität nichts nachstehen.

 

Nach neun Stunden Messebesuch und geschätzten 30 verkosteten Weinen hatten wir das Bedürfnis nach Ruhe und einem Sitzplatz. Auf dem Weg zurück lag in Lazise das Il Porticciolo, ein neuer Tipp aus dem Führer Osterie d’Italia, wo wir das umfangreiche und exzellente Vorspeisenbüffet mit Fängen aus dem See und Gemüse, sowie danach  Aal und Blaufelchen vom Grill genossen. Der 2010er Lugana von Ca‘ dei Frati war die richtige Begleitung.

 

Am zweiten Tag umgaben uns wieder herrliches Wetter und laue Frühlingsluft. Wieder waren wir bereits vor Öffnung auf der Messe und haben mit Freunden unseren Buon-Giorno-Espresso getrunken. Dieser Tag war erneut eine Sammlung von Highlights: wir verkosteten die 2010er-Weißweine von Ronco dei Folo aus dem Friaul und werden mit Campo al Mare erstmals Weine aus Bolgheri ins Programm nehmen. Ganz besonders gespannt waren wir auf den Besuch beim Ausnahme-Winzer Mattia Barzaghi, der einen der besten Vernaccia di San Gimignano macht und dessen Weine ein inzwischen unverzichtbarer Bestandteil unseres Sortiments sind. Von ihm wird der Sangiovese ‚Sciamano‘ neu zu uns kommen.

 

Weiter verkosteten wir höchst interessante Weine und Liköre aus dem Piemont. Auch Frau Kurz und Herr Höfinger von Rampa di Fugnano haben mit ihren sehr guten Rotweinen unser Interesse geweckt. Unser letzter Termin war ein sehr schöner Abschluss, denn mit dem Weingut Grifalco aus der Basilikata nehmen wir das erste Weingut aus Süditalien auf. Es sind durchwegs kräftige und aromatische Rotweine aus der Aglianico-Traube zu einem erstklassigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Selbst der Basiswein ist mit zwei Gläsern im Gambero Rosso bewertet. Unser Dank gilt allen Weingütern für deren Zeit und die Möglichkeit, durch die Bank Weine von höchster Qualität probieren zu können.

 

Nach insgesamt drei wunderbaren Tagen endete unsere erste Reise nach Italien in diesem Jahr. Angespornt von den hervorragenden Entdeckungen können wir es kaum erwarten, Ihnen demnächst unsere neuen Errungenschaften und unser erweitertes Sortiment vorzustellen. Wir haben wieder absolute Highlights für Sie gefunden und stellen fest, dass der von uns eingeschlagene Weg richtig ist: die Konzentration auf kleine Weingüter mit hervorragenden Weinen zu vernünftigen Preisen. Denn hier liegen die Schätze Italiens. Wir bleiben am Ball oder besser gesagt am Wein!

 

 

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Über emmenove Wein & Feinkost:

 

emmenove Wein & Feinkost ist ein junges Unternehmen mit dem Ziel, neue Wege zu beschreiten. Es werden Weine präsentiert, welche von kleinen Weingütern in Italien stammen und von großer Qualität sind. Kurzum: es geht darum, bislang noch weitgehend unbekannte Schätze zu heben und mehr Menschen an deren Genuß teilhaben zu lassen. emmenove Wein & Feinkost setzt dabei auf die persönliche Bindung sowohl zu den Weingütern in Italien als auch zu den Kunden. Exzellente Olivenöle und Spezialitäten vom Cinta-Senese-Schwein sind die logische Konsequenz dieser Ausrichtung auf Qualität zu vernünftigen Preisen. Geführt wird emmenove Wein & Feinkost von Alexander Manko und Rudolf Brunnhuber.

Hier finden Sie den aktuellen Katalog zu Wein & Genuss aus dem Hause emmenove.

 

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