Wirtschaft

Volkskrankheit Burnout: Zunahme um das Zehnfache seit 2004

Die IG Metall hat auf einen dramatischen Umstand hingewiesen: Laut den gesetzlichen Krankenkassen haben die Fälle von Burnout seit 2004 um das Zehnfache zugenommen. Dies belastet sowohl die Betroffenen sehr stark, als auch finanziell die Unternehmen und die Volkswirtschaft im Ganzen: Dem Statistischen Bundesamt zufolge verursachen psychische Erkrankungen Behandlungskosten von 27 Milliarden Euro jährlich. Die Kosten für den dadurch hervorgerufenen Produktionsausfall summieren sich für die Volkswirtschaft auf weitere 26 Milliarden Euro. Jede zehnte Erkrankung hat inzwischen psychische Ursachen, laut dem jüngsten Gesundheitsreport der Techniker Krankenkassen (TK) sind es sogar 15%. Nach Angaben der AOK waren 2010 knapp 100.000 Menschen wegen Burnout krankgeschrieben worden, was summiert zu 1,8 Millionen Fehltagen geführt habe. 

Damit drohe der berufliche Stress laut der IG Metall zu einer der „größten gesundheitlichen Gefahren des 21. Jahrhunderts“ zu werden. „Hier tickt nichts Geringeres als eine gesellschaftliche Zeitbombe.“ 86% der befragten Betriebsräte gaben an, dass psychische Erkrankungen im Unternehmen zugenommen hätten, 40% schätzten diesen Zuwachs sogar als stark beziehungsweise sehr stark ein.

Die Belastungen, die zu Burnout führen, seien dabei sehr unterschiedlich und reichen von prekären Arbeitsverhältnissen wie Zeitarbeit und befristete Beschäftigung bis hin zu einem starken Anstieg des Leistungsdrucks aufgrund zu stark ausgelasteter Kapazitäten, also einem Missverhältnis der Zahl an Beschäftigten und dem eigentlich benötigten Personal, wodurch die Mitarbeiter verschlissen werden – mit negativen Folgen sowohl für die Betroffenen als auch für die Unternehmen, die wichtige eingearbeitete Facharbeiter kaum auf die Schnelle adäquat ersetzen können.

69% der Betriebsräte bemängeln, dass es in ihren Unternehmen gar keine Hilfs- und Präventionsangebote gebe. Weitere 26% sind der Ansicht, die vorhandenen Angebote reichen nicht aus. „Die Gesundheit darf nicht hinter betriebswirtschaftlichen Erfolgszahlen und Wettbewerbsfähigkeit zurückstehen“, so IG-Metall-Vorstandsmitglied Urban.

Siehe hierzu auch das AGITANO-Interview mit Dr. Matthias Braun von BurnoutWatchers zu dem Thema Burnout-Prävention. Dr. Braun ist Mental-Trainer und -Coach und begleitet dabei Menschen insbesondere in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung und Burnout, die beide interessanterweise eng zusammenhängen. (Audio-Podcast: hier.)

2 Kommentare zu “Volkskrankheit Burnout: Zunahme um das Zehnfache seit 2004

  1. Das verbesserte Bewußtsein der Unternehmensführung ist hier mehr gefragt. Nicht Diagnose stellen, sondern Respekt vor den Mitarbeitern üben, in dem die einzelnen Individuen respektiert werden. Oft schätzen die Führungsköpfe und die Betroffenen die Situation völlig falsch ein, denn es geht nicht um den Endzustand des Ausgebrannt-Seins, sondern der Weg aus der Sackgasse und das Umlenken in eine andere Richtung ist das Wichtigste. Wie verhalte ich mich im täglichen Berufsleben, was habe ich zu tun oder was kann ich tun, um stabil zu bleiben außer Sport, Spiel und Entspannung, wie man in den 70-er Jahren gesagt hätte. Das Sportstudio und die anschließende Sauna reicht bei weitem nicht aus. Ein ökologischer Tagesablauf, Effizienz im Privatleben und beruflich sind hier dringend angebracht, der gesamte Körper und Geist wollen regelmäßig trainiert werden, sodaß es Spaß macht. Dazu gehört eine gesunde energiefördernde Ernährung, meist auch die richtige Nahrungsergänzung, sodaß die grauen Zellen das Bestmögliche leiten können, ohne überfordert zu sein. Jeder kann bei unserem Konzept einen individuellen Weg nach entsprechender Statuserhebung bekommen. Dieses Konzept ins bereits viele Jahre erprobt und bewährt und hier auf eine neue hoch effektive Weise zusammengefügt.

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