Deutschland

Vom Automobilhersteller zum Finanzdienstleister

Automobilhersteller und -händler stehen unter großem Veränderungsdruck. Demografischer Wandel, das Internet und neue Mobilitätskonzepte stellen die Branche in den kommenden Jahren vor gewaltige Herausforderungen. Hersteller haben auf diesen Druck bereits reagiert. So bieten sie ihren Kunden neben dem eigentlichen Verkaufsprodukt, dem Auto, zahlreiche Dienstleistungen. Unter anderem im Bereich Finanzierungen. Und das durchaus mit großem Erfolg.

Autobanken befördern Neuwagen auf Deutschlands Straßen

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Gut jeder dritte Neuwagenkauf wird durch die Banken der Automobilhersteller finanziert. (Bild: Thorben Wengert / pixelio.de)

Denn die herstellereigenen Finanzhäuser, wie zum Beispiel die Volkswagen Bank GmbH (https://www.volkswagenbank.de) haben sich zu regelrechten Branchenprimi gemausert. Im Jahr 2013 wurden 78 Prozent aller Neufahrzeuge über Leasing oder Kreditkauf auf die Straße gebracht.

Das Bemerkenswerte dabei: Die Banken der Automobilhersteller hatten dabei einen Marktanteil von fast 50 Prozent, sind also Marktführer. Mit anderen Worten, weit mehr als jeder dritte Neuwagen wurde von einer Autobank auf Deutschlands Straßen befördert.

Die Attraktivität einer Autobank fußt auf folgende zwei Faktoren. Zum einen wird von den herstellereigenen Kredithäusern zur Finanzierung des Neuwagens weniger Eigenbeteiligung von den Kunden verlangt als das bei anderen Geldinstituten der Fall ist. Zum anderen werden mit Autokrediten attraktive Zusatzdienste wie Haftpflicht- oder Reparaturversicherung, Wartungspauschalen oder die Lieferung und Montage von Sommer- und Winterreifen angeboten.

Rückgang nicht aufhalten, aber zumindest bremsen

Der Absatzrückgang konnte mit alledem allerdings nicht aufgehalten werden. Dieser sank auch im vergangenen Jahr, und zwar (im Vergleich zu 2012) um vier Prozent. Automobilhersteller mit eigenen Banken jedoch, mussten lediglich ein Minus von einem Prozent verkraften., wie die aktuelle Jahresbilanz des Arbeitskreises Autobanken (AKA) zeigt. Damit konnten sie den Rückgang zumindest bremsen. Und für das laufende Jahr zeigt sich der AKA durchaus optimistisch. Bei einem derzeit prognostizierten Wachstum von rund 1,9 Prozent für die deutsche Volkswirtschaft, rechnet der Arbeitskreis, vor allem aus dem gewerblichen Bereich, mit positiven Impulsen.

Automobilhersteller – die bessere Hausbank?

Das ist trotz der vergleichsweise geringen Eigenkapitalfinazierung und den zusätzlichen Dienstleistungsangeboten nicht unbedingt gesagt. So hatte das Deutsche Institut für Service-Qualität im April 15 Autobanken untersucht und dabei „enorme Unterschiede in puncto Zinssatz“ gefunden. Die Angebote reichten von 0 bis 7,99 Prozent pro Jahr. Das heißt, ein Finanzierungsvergleich mit der Hausbank sei „in jedem Fall anzuraten.“

Christoph Schroeder

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