Einsichten & Ansichten

Von Aschenputtel, Schneewittchen und der Stiefmutter Kirche

Claus-Peter Schaffhauser
[Bild: Claus-Peter Schaffhauser]

„Stiefmutter Kirche“ … aus der Kolumne von Claus-Peter Schaffhauser:

Wir kennen die Geschichte ja schon von Aschenputtel und Schneewittchen, Stiefmütter haben nicht immer das Beste ihrer Kinder im Sinn, sind es doch nicht ihre leiblichen Nachkommen.

Wegen dem Zölibat können in der katholischen Kirche überhaupt keine eigenen Nachkommen entstehen, so oft es auch gerne auch über Geschlechtergrenzen hinweg probiert wird. Das führte in den vergangenen Jahrhunderten zu einer gewissen Entfremdung zwischen den Gläubigen und den Glaubensverkündern. Aber es gab ja schon immer die Wissenden und die Unwissenden.

Die liturgischen Gewänder wurden immer kostbarer, umgehängtes Kreuz und Bischofring immer schwerer und wertvoller, während sich das gemeine Volk in Lumpen hüllte. Ja, jeder hat sein Kreuz zu tragen. Sinnbildlich gesprochen.

Während Jesu als Wanderprediger auf einem Esel ritt, fliegt Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst First Class nach Indien, um Kindern im Steinbruch seinen Segen und Ratschlag zu geben. Mit Steinen kennt sich der Limburger Bischof sehr gut aus, hat er sich doch für 5,5 Millionen Euro eine kleine, bescheidene Privatkapelle direkt neben dem Limburger Dom erbauen lassen, damit er fortan ungestört vom normalen Volk, Zwiesprache mit Gott halten kann. Der Mann hat einfach Stil.

Ob Gott daran Gefallen finden wird? Ich habe meine Zweifel. Das Bistum findet die Ausgaben jedenfalls angemessen. Die Flugreise in der Ersten Klasse war auch im Einklang mit den Reisebestimmungen des Bistums, diente sie doch dem Erhalt der Leistungsfähigkeit der Hohen Geistlichen. Der Upgrade im Wert von ca. 6.000 € wurde vom mitreisenden Generalvikar über sein privates Meilenkonto abgerechnet. Wie er diese Meilen erworben hat? Wir wissen es nicht. Wahrscheinlich hat er sie als Erzengel erflogen.

Insgesamt kostete das Gesamtpaket den Steuerzahler 14.000 €, denn Bischöfe und ihr Hilfspersonal werden ja von der öffentlichen Hand bezahlt – ohne jegliches Mitspracherecht.

Und in den Tagen der Abwesenheit, konnten die Herrschaften natürlich auch nicht in Limburg dem gemeinen Volk den Segen spenden.

Von den 14.000 € hätten wahrscheinlich alle Kinder im Steinbruch ein Jahr lang Ferien machen können, aber das ist wahrscheinlich zu profan gedacht. – Mir gehen manchmal einfach die großen Maßstäbe für den großen Plan ab, den die Katholische Kirche für sich gepachtet zu haben scheint. Aus meiner kurzsichtigen Sicht ist es nicht nur der Limburger Käse der da zum Himmel stinkt.

Ein paar Häuser weiter wurde einer vergewaltigten Frau in einem Krankenhaus die ärztliche Hilfe verweigert, da der Träger die Katholische Kirche ist. Offenbar wollte man dem werdenden Leben, auf Teufel komm raus, eine Chance geben. – Damit keine Irrtümer aufkommen, auch dieses Krankenhaus wird zu 100 % durch Steuergelder erhalten. Die Spielregeln machen aber Moralapostel. Alte Männer die geistig im Mittelalter stehen geblieben sind und wahrscheinlich jeden Tag der Hexenverbrennung nachweinen. Ja, die guten, alten Zeiten scheinen vorbei zu sein.

Woher sollen sie auch die Not und das Leid einer vergewaltigten Frau verstehen, bei gleichgeschlechtlicher Liebe, die außerhalb der Katholischen Kirche verdammt ist, kann ja keine Leibesfrucht entstehen. – Da die ganze Empathie für die gefallenen Brüder aufgewendet werden muss, die immer wieder der Versuchung kleiner Knaben nicht widerstehen konnten, bleibt halt für das normale „Betvolk“ und im speziellen für geschändete Frauen kein Platz für Gefühle.

Für die Frauen hat die Katholische Lehre eine eindeutige Meinung »Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, dass die Frauen den Männern dienen.« (Augustinus, 354-430) Papst Johannes Paul II.: »Eine Frau soll still zuhören und sich ganz unterordnen. Ich gestatte es keiner Frau zu lehren und sich über den Mann zu erheben. Zuerst wurde ja Adam erschaffen, und dann erst Eva.«

Teil 2 von „Stiefmutter Kirche“ auf der folgenden Seite

Marc Brümmer

3 Kommentare zu “Von Aschenputtel, Schneewittchen und der Stiefmutter Kirche

  1. Auf der allgemeinen antikirchlichen Welle zu reiten ist keine Kunst, da kann man in beliebigen anderen Medien sich auch ergötzen. Als bekennender Katholik bin ich verstört.

  2. Schaffhauser hat die Realität grell beleuchtet. Die Trennung von den gehegten Fiktionen tut halt weh.
    Bekennende Katholiken sollten öfter in Ruhe bei Jesus nachlesen.

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