Kolumnen

Vorfahrt für Öko-Autos in China

2011 fahren erstmals eine Milliarde PKW auf den Straßen unseres Globus. Und in China fehlen noch mehr als 600 Millionen Autos, um den westlichen Standard zu erreichen. Alle Klimaschutzziele bleiben Makulatur, wenn Autos wie sie jetzt von den deutschen Autobauern auf der IAA noch immer überwiegend angeboten werden den chinesischen oder auch den indischen Markt erobern. Deutsche Autos – das heißt noch immer: Altbackene Technik eines Benzin-Verbrennungsmotors.

Benzin-Sparautos, Elektro-Autos oder Hybrid-Autos werden in Frankfurt zwar auch gezeigt, aber noch kaum in Serie gebaut. So will VW sein Ein-Liter-Auto, das ich schon 2002 in der ARD vorgestellt habe, ab 2013 auf den Markt bringen und doch tatsächlich 500 Stück pro Jahr bauen. Peinlicher und verschlafener können sich die deutschen Autobauer vor der Welt kaum präsentieren.

Chinas früherer Premierminister Zhu Rongji hat soeben in einem Buch erklärt: „Ich finde es nicht gut, wenn sich jede Familie in China ein Auto kauft.“

Wenn in Deutschland der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann ähnlich Vernünftiges sagt, fallen die Autoparteien CDU/CSU, SPD und FDP über ihn her. Die Dinosaurier-Politiker wollen immer noch nicht begreifen, wie eine andere und zukunftsfähigere Mobilität aussieht: Mehr öffentlicher Verkehr, kleinere Autos, Hybrid-Autos, Elektro-Autos, Wasserstoff-Autos, Elektro-Fahrräder.

In China haben 2011 umweltfreundlichere Autos eher Vorfahrt als in Deutschland. Bei der Entwicklung des Elektroautos sind uns die Chinesen beinahe um zehn Jahre voraus.

Das bedeutet für die deutschen Autobauer: Sie bleiben in China, dem größten Automarkt der Zukunft, nur mit modernster Umwelttechnik zukunfts- und konkurrenzfähig. Die japanischen Autohersteller haben auf dem gesamten asiatischen Markt mit Hybrid-und Elektroautos einen gewaltigen Vorsprung.

Quelle: © Franz Alt 2011

 

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