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Auch das noch! – Warum Firmen bald selbst Bewerber werden

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Im Laufe der kommenden Jahre wird es besonders für mittelständische Unternehmen immer schwieriger werden offene Stellen neu zu besetzen. Das liegt nicht etwa an der vermeintlich immer schlechter werdenden Bildung. Genau das Gegenteil ist nämlich der Fall. Immer mehr hoch gebildete junge Berufseinsteiger strömen auf den Arbeitsmarkt. Das Problem ist jedoch: Es sind nicht genug! Der demografische Wandel schafft zwar Platz auf dem Arbeitsmarkt. Die Folge ist aber, dass zahlreiche Stellen unbesetzt bleiben und die Chancen für junge Arbeitnehmer sich ihren Arbeitgeber auszusuchen steigen. Das macht es notwendig, gerade als kleines oder mittelständisches Unternehmen für die Attraktivität der Firma zu sorgen und sich selbst auch auf potentielle Kandidaten vorzubereiten. Denn auf die Fragen, die Bewerber Ihnen heute im Bewerbungsgespräch stellen, sollten Sie besser eine gute Antwort haben, wenn sie im Kampf um Arbeitskräfte punkten wollen. Wir stellen Ihnen einige knifflige Fragen vor, mit denen Sie rechnen sollten.

1. „Warum ist Ihr Unternehmen das Richtige für mich?“

Zugegeben, wenn Sie diese Frage zum ersten Mal hören, dann sind Sie sicher etwas irritiert. Plötzlich sollen Sie sich mit ihrem Unternehmen beim Kandidaten bewerben? Auf kurz oder lang, müssen Sie sich damit aber auseinander setzen. Bewerber sind mittlerweile nicht mehr in der verzweifelten Position jeden Job annehmen zu müssen. Viel eher ist es so, dass sie sich ihren Arbeitgeber aussuchen können und auch kein Problem damit haben das Unternehmen wieder zu verlassen, wenn ihnen etwas vermeintlich besseres über den Weg läuft. Versuchen Sie diese Frage also ehrlich zu beantworten. Sicher hat der Bewerber bereits etwas über sich erzählt bevor er diese Frage stellt. Gehen Sie auf seine Charaktereigenschaften ein und erklären Sie, wieso Sie glauben, dass der angebotene Job gerade für ihn besonders attraktiv ist.

2. „Warum mögen Sie selbst dieses Unternehmen?“

Mit dieser Frage möchte der Bewerber Ihr Unternehmen aus Ihrer Sicht kennen lernen. Er möchte damit herausfinden, ob Sie Punkte anmerken, die zu seiner eigenen Zufriedenheit im Job beitragen und die angebotene Stelle auch auf Dauer für Ihn geeignet ist. Versuchen Sie unbedingt ihre Perspektive persönlich darzustellen. Dabei dürfen auch gerne Herausforderungen angesprochen werden, vor denen das Unternehmen momentan steht. Denn reine Schönmalerei bringt Ihnen genauso wenig, wie dem Bewerber. Versuchen Sie sich in die Lage des Bewerbers zu versetzen und überlegen Sie, welche ehrliche Antwort Sie gerne hören würden.

3. „Was haben Ihre besten Angestellten gemeinsam?“

Legen Sie ruhig offen, was in Ihrem Unternehmen ein Angestellter tun muss, um Erfolg zu haben. Genau das möchte der Bewerber nämlich mit dieser Frage herausfinden. Diese Frage ist gleich in zweierlei Maßen gut für Sie. Einerseits können Sie anhand der Reaktion auf Ihre Antworten schnell herausfinden, ob der Bewerber selbst denkt, er könnte zu Ihnen passen. Andererseits können Sie so sehr gut verdeutlichen, was Sie von ihren Mitarbeitern erwarten und, ob der Bewerber Ihren Ansprüchen gerecht wird.

4. „Wieviele ihrer Bewerber wurden von bereits angestellten Mitarbeitern vermittelt?“

Eine sehr clevere Frage, finden Sie nicht? Denn damit möchte der Bewerber mehr über das Arbeitsklima und die Bedingungen in Ihrer Firma herausfinden. An Attraktivität gewinnen Unternehmen, wenn Mitarbeiter ihre eigenen Bekannten und Freunde vermitteln, denn das signalisiert: Hier stimmen die Arbeitsbedingungen, hier kann ich mich wohlfühlen. Das verhält sich mit allen Empfehlungen so. (Lesen Sie dazu auch: AGITANO -Empfehlungsmarketing: Wie man als Anbieter empfehlenswert wird ) Denn nur gute Dienstleister, Anbieter und eben auch Firmen, in denen die Mitarbeiterzufriedenheit sehr hoch ist, werden weiterempfohlen. Daran können Sie übrigens auch ihre Mitarbeiterzufriedenheit messen.

5. „Wieviele Vorgänger gab es auf dieser Stelle?“

Das ist eine heikle Frage, die ebenfalls darauf abzielt herauszufinden, wie es um Ihre Mitarbeiterzufriedenheit bestellt ist. Bestenfalls besetzen Sie die Stelle neu, weil der zuständige Kollege in Rente gegangen ist oder die Kollegin in Mutterschutz geht. Sie dürfen aber auch gerne offen darauf eingehen, was an der Arbeitsleistung des Vorgängers aus Ihrer Sicht nicht mit Ihren Erwartungen übereingestimmt hat. So erfährt der Bewerber gleich, was Ihre Vorstellungen von einer produktiven Zusammenarbeit sind.

Generell sollten Sie jede Frage, die Ihnen gestellt wird als Chance begreifen, einmal in Ihr Unternehmen hineinzuhören und Mängel aufzudecken. Denn vielleicht haben Sie, sollte sich der Kandidat nicht für Ihr Unternehmen entscheiden, beim nächsten Vorstellungsgespräch bessere Antworten auf die cleversten Rückfragen.

Claudia Zesewitz

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