Wirtschaft

Warum hinkt der Export deutscher KMUs?

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Deutschland ist ein Land, in dem 99,3 Prozent der Firmen als kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gelten. Es ist daher verwunderlich, dass nur 17 Prozent der Exporte im Jahr 2013 auf KMUs entfielen. Die mittleren Unternehmen standen mit einem Anteil von 12 Prozent an der Spitze. Die Gründe für den hinkenden Export sind vielschichtig.

Export: Deutsche Unternehmer warten auf Nachfrage aus dem Ausland

Laut einer europaweiten Umfrage des Logistikunternehmens UPS aus dem Jahr 2015 sind deutsche KMUs wesentlich pessimistischer, wenn es um die Exportaussichten geht. Immerhin 90 Prozent der befragten KMUs erwarteten im letzten Jahr, dass das Exportgeschäft stabil bleiben oder sogar wachsen würde.

Die größten Chancen stecken dabei im Online-Handel. 60 Prozent der KMUs haben diesen Vertriebskanal ins Ausland bereits für sich entdeckt. Mehr als 120.000 KMUs exportieren ihre Produkte. Trotzdem sind die Unternehmen zögerlich und eröffnen sich neue Märkte meist erst, wenn Kunden aus anderen Ländern nach ihren Produkten fragen. Ein möglicher Grund für das zurückhaltende Verhalten deutscher Unternehmer sind eingebildete und reale Exportbarrieren, wie die UPS-Studie ermittelte. Als größte Gefahren werden Phishing und Internetsicherheit, aber auch logistische Schwierigkeiten angegeben. Ein weiterer Aspekt könnte die Sprache sein. Denn englische, spanische oder japanische Kunden können mit deutschen Produktbeschreibungen oder Internetseiten nur in geringem Maße erreicht werden.

Die sprachlichen Barrieren

Der Export von Produkten in ein fremdes Land stellt ein Unternehmen vor eine Reihe von Herausforderungen. Es gilt, sich über Zölle und Ausfuhrbestimmungen zu informieren und behördliche Genehmigungen einzuholen. Die Kommunikation mit Geschäftspartnern und Kunden muss in der Zielsprache gewährleistet sein, um schließlich die Produkte im Zielland verfügbar zu machen. Internationale Industrie- und Handelskammern können dabei unterstützen, sich neue Märkte und Vertriebskanäle zu eröffnen.

Endkunden schätzen es sehr, wenn zum Beispiel die Bedienungsanleitung zu einem Werkzeug in ihrer jeweiligen Sprache verfügbar und leicht verständlich ist. Die Kommunikation einer Firma nach außen ist sehr wichtig. Sie zeugt davon, welchen Anspruch das Unternehmen an sich selbst und seine Produkte bzw. Dienstleistungen stellt. Zum Beispiel erweckt eine Website mit zahlreichen Rechtschreib- und Grammatikfehlern den Eindruck von geringer Qualität, obwohl die angebotenen Waren selbst vielleicht sehr hochwertig sind. Kongruenz ist in diesem Zusammenhang sehr bedeutsam.

Ein Lösungsansatz: Kommunikation in der Zielsprache

Um diese Kommunikationsmittel herzustellen, benötigen Unternehmen die Hilfe von Übersetzern. Diese Arbeit kann von speziellen Agenturen übernommen werden, die mit internen oder externen Fachübersetzern zusammenarbeiten. Dabei werden im produzierenden Gewerbe, im Maschinenbau oder in der chemischen Industrie andere Textsorten benötigt als beispielsweise im Tourismus oder im Dienstleistungssektor.

Technische Übersetzungen umfassen eine ganze Reihe von Print- und Online-Publikationen wie:

  • Bedienungsanleitungen
  • Handbücher
  • Patente
  • Ausschreibungen
  • Website-Texte
  • Produktkataloge usw.

Bereits in der Quellsprache enthalten diese Textsorten viele Details zu technischen Bauarten, Bestandteilen oder Funktionsweisen. Ein professioneller technischer Übersetzer ist in der Lage, diese Zusammenhänge zu verstehen. Das heißt, er hat oftmals eine technische Ausbildung absolviert, z. B. ein Studium der Ingenieur- oder Naturwissenschaften. Die Person beherrscht zudem ihre jeweilige Muttersprache sehr gut und ist mit den kulturellen Eigenheiten, beispielsweise des Französischen, Arabischen oder Chinesischen, vertraut. Auch das hohe Verständnis der Ausgangssprache stellt eine wichtige Komponente im Übersetzungsprozess dar.

Der Ausbau eines Vertriebsweges in andere Länder erfordert personelle, logistische und finanzielle Ressourcen, die ein Unternehmen zunächst stemmen muss. Doch damit ergeben sich gleichzeitig neue Entwicklungsmöglichkeiten und Vorteile gegenüber Konkurrenten, die lokal oder regional bleiben.

Oliver Foitzik

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