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Weihnachtsgeld in Deutschland: So gravierend sind die Unterschiede

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Weihnachten und die Weihnachtsfeier rücken immer näher – und damit auch die Frage nach dem persönlichen Budget für die Besorgungen. Da nun auch in der letzten Woche der Startschuss zur Schnäppchenjagd gefallen ist, wird die Frage nach dem Weihnachtsgeld in Deutschland immer interessanter. Doch wer bekommt eigentlich wie viel? Sieht man sich die konkreten Zahlen einmal genauer an, wird schnell klar, dass die Unterschiede bisweilen gravierend sind. Das gilt für demografische Unterschiede wie auch hinsichtlich der Beschäftigungsart und gültigen Verträge. Bei der Höhe der Jahressonderzahlungen stellen wir zudem 22 Branchen vor – und wie unterschiedlich sie mit der Frage nach dem Weihnachtsgeld in Deutschland umgehen.

Weihnachtsgeld in Deutschland ist nach Branchen unterschiedlich

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) beschäftigt sich nicht nur ausführlich mit Fragen zum Reallohn: Zwischen August 2016 und August 2017 wurden mehr als 17.000 Arbeitnehmer zum Thema Weihnachtsgeld befragt. Das Ergebnis der Online-Befragung lassen sich mitunter enorme Unterschiede beim Weihnachtsgeld in Deutschland feststellen:

  • Vorgesehen in 74 Prozent der Betriebe mit Tarifvertragsbindung
  • Vorgesehen in 44 Prozent der Betriebe ohne Tarifvertragsbindung
  • Oftmals regelt der Tarifvertrag den rechtlichen Anspruch.
  • Liegt keine Tarifbindung vor, wird diese Jahressonderzahlung als freiwillige Zahlung betrachtet, die auch wieder eingestellt werden kann.
  • In den meisten Wirtschaftsbranchen definieren die Tarifverträge das Weihnachtsgeld in Deutschland.
  • Zumeist wird es als fester Prozentsatz vom monatlichen Einkommen festgelegt, die sich kaum verändern.

Zudem lassen sich verschiedene demographische Personengruppen differenzieren, die Weihnachtsgeld in Deutschland erhalten – oder eben nicht:

  • 57 Prozent der Beschäftigten in den westlichen Bundesländern
  • 43 Prozent der Beschäftigten in Ostdeutschland
  • 58 Prozent der Männer
  • 49 Prozent der Frauen
  • 55 Prozent der unbefristet Beschäftigten
  • 42 Prozent der befristet Beschäftigten
  • 55 Prozent der Vollzeitbeschäftigten
  • 39 Prozent der Teilzeitbeschäftigten
  • 65 Prozent der Beschäftigten, die Mitglied einer Gewerkschaft sind
  • 50 Prozent derer, die in keiner Gewerkschaft sind.

Generell lassen sich mitunter gravierende Unterschiede zwischen verschiedenen Personengruppen feststellen. Wie die folgenden Aufstellungen allerdings zeigen, gilt das auch für die unterschiedlichen Branchen und teilweise auch für die konkrete Lage des Unternehmens in der Bundesrepublik.

Abgewandeltes Ranking: Weihnachtsgeld in Deutschland nach Branchen

Als Antwort auf die Frage, mit wie viel Weihnachtsgeld in Deutschland – je nach Branche – gerechnet werden kann, baut auch ein kürzlich veröffentlichtes Ranking auf diesen Ergebnissen auf. Bei den folgenden Angaben handelt es sich um Durchschnittswerte. Genannte Prozentangaben orientieren sich am jeweiligen Monatseinkommen der Beschäftigten.

Für diese Branchen gelten in Ost und West ähnliche Werte

In den folgenden zehn Branchen, die Teil der Auswertung waren, gilt bundesweit ein verhältnismäßig gleiches Niveau zum Weihnachtsgeld in Deutschland:

  • Bankgewerbe: 100 Prozent
  • Deutsche Bahn: 100 Prozent
  • Chemische Industrie: 95 Prozent
  • Druckindustrie: 95 Prozent
  • Eisen- und Stahlindustrie: 110 Prozent
  • Kfz-Gewerbe: Etwa 20 bis 50 Prozent
  • Metallindustrie: 25 bis 55 Prozent
  • Papier und Pappe verarbeitende Industrie: 95 Prozent
  • Süßwarenindustrie: 100 Prozent
  • Versicherungsgewerbe: 80 Prozent.

Wo das Weihnachtsgeld in Deutschland zwischen West und Ost variiert

In den folgenden zwölf Branchen fielen die Angaben zum Weihnachtsgeld in Deutschland bemerkenswert unterschiedlich aus:

  • Bauhauptgewerbe
    • Ost: Keine Sonderzahlungen angegeben
    • West: 55 Prozent
  • Bekleidungsindustrie
    • Ost: Keine Sonderzahlungen angegeben
    • West: 82,5 Prozent
  • Einzelhandel:
    • Ost: 50 Prozent
    • West: 62,5 Prozent
  • Energieversorgung
    • Osten: 100 Prozent
    • West: 50 bis 100 Prozent
  • Großhandel
    • Ost: 256 Euro
    • Westen: 434 Euro
  • Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie
    • Ost: 60 Prozent
    • West: 57,5 Prozent
  • Hotel- und Gaststättengewerbe
    • Ost: 499 Euro
    • West: 50 Prozent
  • Landwirtschaft
    • Ost: 256 Euro
    • West: 250 Euro
  • Öffentlicher Dienst:
    • Ost: 40,07 bis 61,54 Prozent
    • West: 53,43 bis 82,05 Prozent
  • Steinkohlenbergbau
    • Ost: Keine Werte verfügbar
    • West: 2.156 Euro
  • Textilindustrie
    • Ost: 60 Prozent
    • West: 100 Prozent
  • Transport- und Verkehrsgewerbe (privat)
    • Ost: 89,48 bis 460,16 Euro
    • West: 30 bis 40 Prozent.

Eine genaue Aufschlüsselung sowie eine tabellarische Darstellung finden Sie unter „55 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland bekommen Weihnachtsgeld“.

Infografik: Ungleiche Chancen auf Weihnachtsgeld in Deutschland

Die folgende Infografik von Statista visualisiert nochmals die Unterschiede: So stehen für die Arbeitnehmer hierzulande die Chancen auf diese Jahressonderauszahlung stehen. Denn das sogenannte Weihnachtsgeld in Deutschland verteilt sich – wie bereits dargestellt – durchaus unterschiedlich:

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Die größten Unterschiede: So (ungleich) verteilt sich das Weihnachtsgeld in Deutschland. (Quelle: © Statista)

 

Beate Greisel

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