Neue Medien

Weitere Plattformen im Stile Wikileaks gegründet:

Angesichts des großen Interesses an den von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichten Geheimdokumenten, die den Bürgern einen Einblick in die Machenschaften ihrer Regierungen und Institutionen gewähren, wurden nun zwei weitere Portale angekündigt, die der Informationsfreiheit nachhelfen wollen, sogenannte Whistleblowing-Plattformen:

 

1. Die WAZ Mediengruppe hat ein eigenes Portal geschaffen, über das vertrauliche Dokumente und Dateien eingesendet werden können (www.derwesten-recherche.org). Das Vorgehen unterscheidet sich jedoch von Wikileaks: Das eingesendete Material wird nicht veröffentlicht, sondern als Ausgangspunkt für eigene Recherchen des hauseigenen Recherche-Ressort genutzt. Dieses soll somit „für Kontakte geöffnet“ werden. Aus der Internetseite: „Wir wissen, dass es viele Menschen gibt, die Zeugen zweifelhafter Vorgänge sind. Wir wissen genauso, dass es viele Menschen gibt, die über Dokumente, Filme oder Verträge verfügen, die sie veröffentlicht sehen wollen, um Missstände zu offenbaren und Diskussionen anzuregen.“ Der Upload ist SSL-gesichert, die Dateien werden zusätzlich mit GnuPG verschlüsselt.

 

2. Noch in dieser Woche wollen ehemalige Wikileaks-Mitarbeiter eine eigene Enthüllungs-Plattform eröffnen. Allerdings unterscheidet sich auch dieses „Openleaks“ konzeptionell von seinem Vorbild. Die Betreiber wollen die Dokumente nicht selber veröffentlichen, sondern lediglich einen toten Briefkasten einrichten. Dadurch soll es anderen Medien und Organisationen ermöglicht werden, anonyme Hinweise auf Missstände entgegenzunehmen, die dann gleichfalls redaktionell recherchiert werden. Mögliche Kooperationspartner seien Zeitungen, Menschenrechtsgruppen, Gewerkschaften und auch Regierungen. Wikileaks-Mitgründer Assange bezeichnete es als hilfreich, wenn sich mehr Leute dieser Aufgabe widmen.

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