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Weltbankstudie zu Schwarzgeld – USA führen den Steuersumpf an

Eine Studie der Weltbank hat erneut belegt, was in vielen Rankings schon aufgeführt wurde: Es sind die großen Industriestaaten und viele wohlhabende kleinere Staaten der westlichen Hemisphäre, die sich zwar den Kampf gegen Schwarzgelder und Korruption auf die Fahnen geschrieben haben, aber selbst die besten Verstecke für entsprechende kriminelle Gelder anbieten. Die Weltbank-Studie hat 150 große Korruptionsfälle untersucht – von der Steuerhinterziehung bis hin zu versteckten Drogengeldern und Geldwäsche. Dabei wurden 817 Hilfskonstrukte wie Trusts, Stiftungen oder Scheinfirmen genutzt, um die Schwarzgelder in der Höhe von 56,5 Milliarden Euro zu waschen. Auf dem ersten Platz der in derartige Fälle verstrickten Staaten liegen hier einmal mehr die USA, vor den British Virgin Islands, Panama und Liechtenstein. Auf Rang sechs folgt mit Großbritannien bereits das zweite Land, das zu den führenden Industriestaaten G8 gerechnet wird.

Die USA führen auch das Weltbank-Ranking der in die untersuchten Korruptionsfälle involvierten Banken und Finanzdienstleister an. 107 schwarze Konten von den insgesamt 150 Korruptionsfällen lagen in den Vereinigten Staaten. Auf Platz zwei folgt hier die Schweiz vor Großbritannien. Mit Jersey, Zypern und Liechtenstein sind drei weitere europäische Finanzplätze unter der unrühmlichen Top Ten vertreten.

Nach einer kürzlich veröffentlichten Schätzung der Weltbank werden allein in den Entwicklungsländern, den ärmsten Staaten der Welt, jedes Jahr zwischen 20 und 40 Milliarden Dollar an öffentlichen Geldern veruntreut und in Steueroasen versteckt. Auch nach einem Ranking des Netzwerks Steuergerechtigkeit (Tax Justice Network) sind die USA die beliebteste Steueroase, noch vor den vielfach gescholtenen Karibikinseln. Auf Platz eins der Steuer- und Schwarzgeldsümpfe führt weit abgeschlagen der US-Bundesstaat Delaware. Hier herrschen laut dem Tax Justice Network die optimalsten Bedingungen an „Geheimhaltungsregeln und laxer Finanzmarktüberwachung“, die „illegale Finanztransfers, aggressive Steuervermeidungspraktiken und Korruption begünstigen“ (in diesem Ranking folgen Luxemburg, die Schweiz, die Cayman Inseln und die City of London).

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