Energie & Umwelt

Weltmarktführer Siemens prophezeit Offshore-Boom:

Siemens, der Weltmarktführer bei Offshore-Windanlagen, prognostiziert einen Boom der Offshore-Windenergie in Nord- und Ostsee. René Umlauft, Chef der Konzernsparte für erneuerbare Energien: „Wir erwarten, dass Deutschland hinter Großbritannien in naher Zukunft der zweitwichtigste Offshore-Markt Europas werden wird.“ Deutschland liege in diesem Bereich derzeit noch hinter Großbritannien und Dänemark zurück, da die Errichtung von Windparks vor der deutschen Küste vor allem wegen des Wattenmeers vergleichsweise aufwendiger sei. Insgesamt erwartet Siemens für Europa in den nächsten zehn bis 15 Jahren neue Offshore-Anlagen in einer Größenordnung von 70.000 Megawatt, davon 10.000 in Deutschland. Um die Installationszeiten zu verkürzen und die Lieferkette zu optimieren (Kostensenkung) hat sich Siemens im Juni mit 49 Prozent an dem Installationsspezialisten A2SEA des dänischen Energieversorgers Dong beteiligt. Dadurch und weiteren Maßnahmen sollen die Kosten für Offshor-WEA in den nächsten drei bis vier Jahren um 20 Prozent gedrückt werden. Derzeit kostet ein MW onshore rund 1 Mio. Euro, 1 MW offshore hingegen noch 1,3 bis 1,5 Mio. Euro. Weltweit sind mit dem Stand Ende 2009 insgesamt 157.899 MW an Windenergie installiert (Atomenergie weltweit: 374.690 MW). Der Weltmarkt wächst dabei mit rund 12% pro Jahr. Siemens erwartet daher für den weltweiten Windenergiemarkt eine Zunahme von derzeit rund 30 Milliarden Euro pro Jahr auf 86 Milliarden Euro jährlich im Zeitraum von 2015 bis 2019 und bis zu 216 Milliarden Euro pro Jahr im Zeitraum 2025 bis 2030. Für den gesamten Bereich Windenergie (on- und offshore) hat der dänische Windenergiepionier Vestas mit dem Stand Ende 2009 seine weltweite Führungsposition mit einem Marktanteil von 12,5 Prozent noch knapp verteidigen können, gefolgt von General Electric mit 12,4 Prozent. Siemens mit 5,9 Prozent möchte bis 2012 weltweit die Nummer drei sein. Im Bereich Offshore sind Münchner jetzt schon Weltmarktführer. Die Großkonzerne wie Siemens, General Electric und chinesische Anbieter besitzen den großen Vorteil, angesichts immer umfangreicherer Projekte ihre Größe optimal ausspielen und Synergien im gesamten Unternehmen besser nutzen zu können. Diese Tendenz werde sich weiter fortsetzen.

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