Technologie

Weltweit einzigartige Testhalle für Weltraumtechnologie in Bremen

Das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) hat in Bremen eine weltweit einzigartige Versuchshalle für den Test von Weltraumrobotern in Betrieb genommen. Die Halle enthält eine nachgebildete Mondlandschaft, kann aber auch das Einsammeln von Weltraumschrott simulieren. Frank Kirchner, der Leiter des DFKI-Instituts, bezeichnet die Halle als einen Meilenstein, „um Deutschland im Bereich der Technologieentwicklung und Anwendung bei internationalen Weltraummissionen zu positionieren“. Das DFKI ist nach eigenen Angaben das weltweit größte Forschungszentrum für künstliche Intelligenz. Das Pentagon hatte bereits im Mai dieses Jahres (wiederholt) vor den wirtschaftlichen Folgen des Weltraumschrotts gewarnt. Demnach sei nicht nur die bemannte Raumfahrt durch die rund 600.000 Trümmerstücke bedroht, sondern auch die weltraumgestützte Infrastruktur für Kommunikation (Telefon- und Internetverbindungen, Navigationssysteme, TV- und Radiokanäle, Wettervorhersagen etc.) mit einem irdischen Volumen von rund 250 Mrd. Dollar Umsatz pro Jahr. Wolfgang Wahlster, der Geschäftsführer des DFKI: „Man hat den Schrott jahrelang im All rumfliegen lassen. Nun wird er zum wirtschaftlichen Problem.“ Die Erkenntnisse sollen zu dem Aufbau einer dringend benötigten „Weltraum-Müllabfuhr“ beitragen, die Schrottteile künftig in eine höhere Umlaufbahn heben oder zum kontrollierten Absturz bringen könnte. Die Hunderttausende Trümmerteile kreisen mit Geschwindigkeiten von bis zu 50.000 Stundenkilometern um die Erde, was ungefähr der 17-fachen Geschwindigkeit einer abgefeuerten Maschinengewehr-Kugel entspricht. Dadurch besitzen selbst kleinste Teile im Zentimeterbereich die kinetische Energie, ernsthafte Schäden an Raumfahrzeugen und Satelliten zu verursachen.
 

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