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Wer braucht Foursquare und Gowalla?

… oder wie Sie sich als Keynote Speaker, Trainer oder Coach strategisch als Experte positionieren. Kolumne von Monika Paitl


Nun auch in englischer Sprache weiter unten im Text.

Please scroll down for the English version.

 

Im Anschluss an den Ausblick zu zukünftigen Social Media Trends stelle ich heute die Frage, für wen die sogenannten ortsgebundenen Dienste wie Gowalla und Foursquare wichtig sind? Nun für die Zielgruppe, für die ich diese Kolumne an sich schreibe, Sprecher, Trainer und Coaches, per se nicht wirklich. Aber für jeden einzelnen als Konsumenten in Zukunft durchaus. Hier also ein kurzer Überblick.

 

Was sind „location based services?“

 

Ortsgebunden bedeutet nicht, dass die Dienste auf einen bestimmten Ort limitiert sind, sondern dass die Informationen mit einem bestimmten Ort zu tun haben. Nutzer sammeln also Infos über einen bestimmten Ort und teilen diese mit anderen Nutzern sowie Details darüber, wo sie sich gerade befinden. Foursquare und Gowalla sind in USA – wen wundert‘s – bereits ein großer Erfolg und finden jetzt auch in Europa immer mehr Anhänger. Beide werden auf mobilen Geräten wie iPhone oder Blackberry genutzt, da die dort integrierten GPS Module eine genaue Ortsbestimmung zulassen. Und das genau ist der Hintergrund der „location based services“.

 

Wie funktionieren Foursquare und Gowalla?

 

Die Nutzoberflächen sind natürlich unterschiedlich gestaltet, Layout und Aufbau sind anders. Aber prinzipiell funktionieren beide Dienste auf diesen Grundlagen: „Orte“, wie Cafés, Bars, Geschäfte, werden bei Foursquare oder Gowalla angelegt, mit Kategorien und Beschreibung. Alle jene, die sich geographisch nahe diesem Ort befinden und die Funktion auf ihrem Smart-Phone aktiviert haben, können diesen Ort nun sehen, stellen fest, was es ist, eine U-Bahn Station, ein Bahnhof, ein Café, ein Kino, etc. .. Der Interessierte kann sich nun dahin begeben und kann vor Ort „einchecken“, d. h. er aktiviert die entsprechende Taste auf seinem Smart-Phone. Die „Check-ins“ werden gespeichert und gezählt. Für die anderen User, die gerade ebenfalls einchecken, ist es also möglich, live zu sehen, wer sich sonst noch an demselben Ort befindet.

 

Wer die meisten check-ins an einem bestimmten Ort hat, wird bei Foursquare zum „Mayor“, also sozusagen zum „Bürgermeister“ dieses Ortes gekürt. Man bleibt solange Bürgermeister, bis jemand anderer noch öfter dort war. Bei Gowalla erhält man für oftmalige Besuche „Pins“, die man sammeln oder tauschen kann.

 

Zusätzlich ist es möglich, das erfolgte Einchecken per Facebook oder Twitter der gespannt auf diese Info wartenden Community mitzuteilen.

 

Das Marketingpotenzial dieser Dienste

 

Dieses Konzept bietet also durchaus enormes Marketingpotenzial für Unternehmen, die ihre Kunden an einen gewissen Ort „locken“ und sie an ihn binden wollen. Nur, einmal an dem Ort angekommen, muss dann dort auch etwas was passieren, eine Degustation, besondere Displays, ein neues Produkt, das gerade gelaunched wird, ein Gratis-Kaffee für den amtierenden „Mayor“ oder den Inhaber der meisten „Pins“. Und genau das passiert hier in Deutschland noch nicht oder kaum. Ich habe bei Starbucks Anfang Oktober nachgefragt, ob etwas geplant wäre. Das Personal an der Theke kannte die Dienste nicht und war über etwaige Pläne in diese Richtung nicht informiert. Ohne entsprechende Aktionen wird die emotionale Bindung, die wir zu unseren Kunden ja alle wollen, sich nicht einstellen können.

 

Ich habe selbst zu Beginn jedes Mal bei einem meiner häufigen Starbucks-Besuche während des Wartens „eingecheckt“. Nun, nach der anfänglichen Begeisterung, mache ich das nicht mehr. Warum auch? Wie zuvor erwähnt, gibt es noch keine wirklichen Belohnungen wie „Du bist jetzt das 20. Mal hier, also ein Latte gratis“ oder ähnlich. Und ich als PR-Profi werde ganz sicher nicht mein Netzwerk damit langweilen, wo ich gerade bin und welche Art von Kaffee ich trinke. Sollte sich der Dienst hier in Deutschland so entwickeln, wie das in USA schon der Fall ist, dass es also Incentives irgendeiner Art gibt, dann wird es sicher wieder interessant.

 

Gowalla und Foursquare als „Fremdenführer „

 

Wo ich Gowalla und Facebook hilfreich finde ist in fremden Städten, wo ich eben nicht weiss, wo ist jetzt die nächste Starbucks-Filiale, oder was gibt es überhaupt an interessanten Läden hier in der Nähe.

Dann machen diese Dienste wieder Sinn und werden zu einem richtigen Web 2.0 Instrument. Gut finde ich auch die Tipps, wo unabhängige Bewertungen über Restaurants und Bars in der Nähe meines jeweiligen Standortes hinterlegt sind.

 

Meines Erachtens müssen wir diese Dienste heute noch nicht verwenden. Aber wir sollten wissen, dass es sie gibt, wie sie funktionieren und was die Vorteile sein können. Hier stehen wir wirklich ganz am Anfang – zumindest hier in Deutschland. Ich denke jedoch, dass location based services in Zukunft eine immer größere Rolle spielen, um auch auf diese Weise den Dialog zwischen Unternehmen und Menschen und Menschen und Menschen zu installieren.

 

In der nächsten Kolumne geht es nach diesem Exkurs in die Welt der Social Media zurück zu meinem Lieblingsthema, den Experten. Und zwar darum, warum jeder Experte ein Buch schreiben sollte …

 

 

Über Monika Paitl:

Monika B. Paitl ist Inhaberin von communications9, eine auf PR und Management für deutsche und internationale Keynote Speaker, Trainer und Coaches spezialisierte PR-Agentur. communications9 verbindet gemäss dem Motto „linking the speaking world“ die Welt der Sprecher, Trainer und Coaches mit der der Medien und Unternehmen. Monika B. Paitl gründete nach Jahren in der Automobil- und Elektronikindustrie ihre eigene Agentur und bringt ihre internationalen Erfahrungen in den Bereichen Presse, Events und Weiterbildung ein. Neben klassischer PR ist Monika B. Paitl auch Expertin für Social Media-PR.

 

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English Version

 

Who needs Foursquare and Gowalla?

 

Today let me ask in addition to my Social Media outlook from last time: Who needs the so called location based services like Gowalla and Foursquare? Well, my target group speakers, trainers and coaches not really, however, being consumers as all of us, the info can also be useful for them.

 

How to define „location based services“

 

Location based information  means information about a certain location. Users collect information concerning a location and share this knowledge with others, letting them know, where they are at this particular moment. Foursquare and Gowalla are quite popular in the US and now start getting famous in Europe as well. Both are used on mobile devices like iPhone and Blackberry,  as their  features allow the necessary geographic localization.

 

Foursquare and Gowalla – How do they work?

 

Lay-out and set-up  are different of course, but the principal functioning is the same: Locations like cafés, bars, shops can register with  Foursquare and Gowalla, with tags and description of the business. Those users being geographically near that location can see the location and identify it as bar, underground station, cinema .. Interested folks can now physically proceed to the location, „check in“ how it is called by activating the corresponding button on the smart phone.  The check-ins are being registered and counted. Users can connect their Foursquare and Gowalla accounts to their Twitter and Facebook accounts, which can update when a check-in is registered. This is optional and can be chosen from case to case.  By checking-in a certain number of times, or in different locations, users can collect virtual badges. In addition, users who have checked in the most times at a certain venue will be crowned “Mayor” on Foursquare until someone surpasses their number. Gowalla is rewarding numerous check-ins with pins that can be collected and exchanged.

 

Located based services have huge marketing potential

 

Location based services have huge marketing potential especially for cafés, restaurants, bars, shops. They can invite people to enter their premises and therefore create an emotional link.  This can only work, if, once arrived at the location, something is happening there for the person entering via Gowalla or Foursquare. Some kind of incentives like a sampling or new product introduction, a coffee or other drink for free for the Mayor, etc. And this is not yet happening in Germany. Beginning of October I had asked the Starbucks Team here in Munich Central Station if there were plans concerning Gowalla or Foursquare and earned a blank stare. So apparently nothing in the pipeline yet …

 

When I just had discovered these new services I was checking-in every time when queuing up at Starbucks. Now after the initial thrill has gone, I have stopped doing this. Why should I continue?  As mentioned, there are no real incentives yet, like „this is your 20th visit, please enjoy a latte for free“. And as a PR professional I will certainly not annoy my network by regularly sending out my coffee times and habits. If companies will understand the huge potential and functioning and develop some real services around, it is certainly interesting to continue with Gowalla and Foursquare …


Gowalla and Foursquare as „tourist guides“

 

I appreciate Gowalla and Facebook  particularly when traveling,to identify the next Starbucks or interesting shops around. Here the tips and valuations users put in concerning nearby spots and restaurant come very handy and useful. This is the general idea of these services, sharing information and be connected all around the world.

 

I guess, today we do not need to use these services yet. But we should know that they exist and what their future advantages can be. This is really just the beginning, at least in Germany. However, location based services will play a more important role soon, as they are great for initiating and keeping a dialogue between people and companies and people and people.

 

In the next column I will be back with my favorite subject, speakers, trainers and coaches, the experts. And it will talk about „Why every expert needs a book“ …

 

 

About Monika Paitl:

Monika B. Paitl ist the owner and founder of communications9, based in Munich, Germany.

communications9′ core business is PR and Management for German and international Keynote-Speakers, Trainers and Coaches. The Agency’s motto is "linking the speaking world". Its  mission is to connect speakers, trainers and coaches with the media  and interested companies. Monika B. Paitl founded communications9 after long years of an international career in the car- and electronics industry in France and USA. Today her experience in global PR, media relations, events, training and education serves the German and international speaking community. Monika B. Paitl is furthermore an experienced Social Media expert.

 

 

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