Personal

Wertschätzung zeigen – die Führungsaufgabe Nummer 1

Berufliche und persönliche Wertschätzung, gegenseitiger Respekt und situative Erkenntlichkeit sind maßgebliche Treiber für Mitarbeiterengagement und Spitzenperformance. All dies verschafft nicht nur ein gutes Gefühl, es verhindert auch negative Formen von Aggression wie Missgunst, Mobbing und Fluktuation – Wertschätzung fördert damit auch die Mitarbeiterloyalität. Wertschätzung ist für Anne M. Schüller die Führungsaufgabe Nummer eins – der Auftakt ihrer fünfteiligen Serie zu Führungsaufgaben.

In ihrem heutigen Beitrag zur Touchpoints-Montags-Themenserie verrät Anne M. Schüller, warum Wertschätzung ein Wirtschaftsfaktor ist.

 

Mitarbeiter richtig motivieren

Joachim Bauer, ein anerkannter Neurowissenschaftler, der wunderbare Bücher geschrieben hat, bringt es so auf den Punkt: Kern aller menschlichen Motivation ist es, Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Zuneigung zu finden und zu geben. Die Motivationssysteme schalten ab, wenn keine Chance auf soziale Zuwendung besteht, und sie springen an, wenn Anerkennung oder Liebe im Spiel sind.

Wertschätzung ist eine permanente Führungsaufgabe

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Wertschätzung ist eine wichtige Aufgabe von Führungskräften. (Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de)

Wertschätzung drückt sich auf vielfältige Weise aus: durch einen Dank, den freundlichen Augenkontakt, ein interessiertes Hinhören, ein wohlwollendes Kopfnicken, ein anteilnehmendes Lächeln, eine liebenswürdige Bitte, eine ehrliche Entschuldigung, eine wissbegierige Frage, ein immer neues Verstehen. So wollen Mitarbeiter als Fachkraft und als Mensch wahrgenommen werden.

Durch Tadel macht man die Menschen klein. Durch Wertschätzung macht man sie groß. Selbst der Größte fühlt sich klein, wenn er nicht die Zuwendung Dritter erhält. Staunende Beachtung, bewundernde Aufmerksamkeit und tosender Applaus sind wie reiner Sauerstoff. Sie lassen Leistungen katapultartig nach oben schnellen.

„Wenn jemand Anerkennung bekommt für eine Leistung, die ihm schon einen Flow beschert hat, dann ist das eine zusätzliche Motivation, sich das nächste Mal wieder voll anzustrengen“, sagt der Verhaltensbiologe Felix von Cube. Das Gegenteil von solcher Aufmerksamkeit? Einschüchterung, Entwürdigung und Missachtung oder – schlimmer noch – manipulative Lobhudelei und verbal oder nonverbal gezeigte Verachtung. All dies erstickt jedes Wollen im Keim.

Wertschätzung zählt zu den stärksten Motivatoren

Nach Wertschätzung als Mensch und als Profi – und nicht nach Geld – trachten wir ohne Unterlass. Vor allem die Manager an der Spitze und High-Performer mit einem reichen Talente-Schatz heizen ihren Energiehaushalt durch Anerkennung von außen an.

Wen wir am meisten schätzen, dessen Beachtung brauchen wir übrigens am dringendsten. Diese nicht zu bekommen, tut besonders weh. Wenn dies passiert, dann kann Bewunderung in Verbitterung umschlagen. Rachegefühle und Bösartigkeiten stellen sich ein, wenn die Hassliebe Einzug hält.

Mit übler Nachrede zahlen wir‘s denen heim, die uns die ersehnte Aufmerksamkeit verwehren. Denn ganz klar: Wer andere klein redet, macht sich selbst damit groß. Und schon ist alles wieder im Lot. Jede Form von Wertschätzung ist wohl letztlich auch ein Tauschgeschäft: Wir teilen Komplimente in der Hoffnung aus, welche zu erhalten.

Wertschätzung ist ein Wirtschaftsfaktor

Heike Bruch, Direktorin des Instituts für Führung und Personalmanagement der Uni St. Gallen, hat den empirischen Nachweis dazu erbracht: In Organisationen, in denen Mitarbeiter sich wertgeschätzt fühlen, sind die Burn-out-Quoten gering. Produktivität hingegen und Wertschöpfung steigen. Wertschätzung ist somit ein Wirtschaftsfaktor.

Dabei ist das Bedürfnis nach Wertschätzung bei Männern und Frauen tendenziell von unterschiedlicher Qualität. Männer goutieren Facetten wie Akzeptanz, Zustimmung, Anerkennung und Bewunderung. Demgegenüber sind für Frauen Verständnis, Respekt, Fürsorge und Sicherheit wichtig. Am Ende ist natürlich jede Person individuell zu betrachten. Und niemals darf man dabei den Fehler machen, von sich selbst auszugehen.

Egal, wie Sie es dann drehen und wenden: Zeigen Sie den Menschen in Ihrem Umfeld, welchen Wert, ja welchen Schatz sie darstellen. Wertschätzung sich selbst und anderen gegenüber ist der Schlüssel zur Führung. Wer Wertschätzung erhält, verändert sich. Und wer Wertschätzung gibt, führt die Menschen überall hin. Wenn die Wertschätzung für Kunden und Mitarbeiter bei Ihnen ganz oben auf der Werteskala steht, haben Sie die Basis für den unternehmerischen Erfolg schon in der Tasche.

Ihre
Anne M. Schüller

 

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Anne M. Schüller über Mitarbeiterführung in unserer neuen Businesswelt (Bild: © Gabal)

Das Buch zum Thema, Managementbuch des Jahres 2014

Anne M. Schüller: Das Touchpoint-Unternehmen
Mitarbeiterführung in unserer neuen Businesswelt
Gabal, März 2014, 368 S., 29,90 Euro
ISBN: 978-3-86936-550-3
www.touchpoint-management.de

Personalwesen: Ausbildung zum zertifizierten internen Touchpoint Manager vom 21. bis 23. 8. 2015 in München

Die Arbeitswelt hat sich unbestreitbar verändert. Sie ist kollaborativer und auch vernetzter geworden. Das Gestalten einer dementsprechenden Unternehmenskultur spielt eine immer wichtigere Rolle. Zu diesem Zweck wurde ein neues Berufsbild geschaffen: der interne Touchpoint Manager. Er sorgt sich um die körperliche, geistige und seelische Fitness der Mitarbeitenden, damit deren Performance auf Höchststand bleibt. In Zeiten von Talente-Knappheit und Social Media-Gerede kann dies über die Zukunft eines Arbeitgebers maßgeblich mitentscheiden.

Die Ausbildung zum zertifizierten internen Touchpoint Manager richtet sich vor allem an ambitionierte Beschäftigte aus den Bereichen Mitarbeiterführung und HR, die im Kontext unserer neuen Arbeitswelt und mithilfe dieser Zusatzqualifikation die Unternehmenskultur ihrer Arbeitgeber zukunftsfähig machen wollen. Sie findet vom 21. bis 23 August 2015 in München statt. Ausbildungsleiterin ist Anne M. Schüller: Zu weiteren Informationen und zur Anmeldung: http://www.touchpoint-management.de/ausbildung-zum-collaborator-touchpoint-manager.html.

Anne M. Schüller; Belange der Kunden
Anne M. Schüller ist Europas führende Expertin für das Touchpoint Management und eine kundenfokussierte Unternehmensführung (Bild: © Anne M. Schüller)

Über Anne M. Schüller

Anne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, mehrfache Bestsellerautorin und Businesscoach. Die Diplom-Betriebswirtin gilt als Europas führende Expertin für das Touchpoint Management und eine kundenfokussierte Unternehmensführung. Sie zählt zu den gefragtesten Referenten im deutschsprachigen Raum und hält Vorträge und Workshops zum Thema. Zu ihrem Kundenkreis zählt die Elite der Wirtschaft. Ihr Touchpoint Institut bildet zertifizierte Touchpoint Manager aus und vergibt Touchpoint-Lizenzen. Kontakt: www.touchpoint-management.de und www.anneschueller.de.

 

Katja Heumader

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