Wirtschaft

WestLB wird endgültig zerschlagen und abgewickelt

Die EU-Kommission hat die Zerschlagung der WestLB genehmigt. Die derzeit noch drittgrößte deutsche Landesbank wird in drei Teile zerschlagen und wird ab Mitte 2012 vom Bankenmarkt verschwinden. Die WestLB sei laut der EU-Kommission zugrunde gegangen, weil sie sich zu einer Investmentbank gewandelt habe, die übermäßige Risiken eingegangen sei, anstatt sich auf ihre eigentliche Rolle als Regionalbank der Sparkassen zu beschränken. Schon in den Jahren vor der Finanzkrise 2008/09 hatte das Institut dadurch finanzielle Schwierigkeiten. Die Finanzkrise brach der Bank dann endgültig das Genick. Insgesamt hat die WestLB Beihilfen in Höhe von 19 Milliarden Euro in Anspruch genommen. Die Abwicklungskosten dürften sich auf weitere 4,65 bis 5,85 Milliarden Euro belaufen – zulasten der öffentlichen Anteilseigner. Laut NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans sei es besser, das Geld in den Umbau der Bank zu stecken als in weitere Finanzspritzen zum Fortbestand der WestLB ohne überzeugendes Geschäftsmodell

Die EU-Kommission hatte der WestLB bis Ende 2011 Zeit gegeben, einen neuen Eigner zu finden, um unfaire Wettbewerbsvorteile durch die Staatshilfen zu verhindern. Die „Zombie-Bank“, so EU-Kommissar Joaquin Almunia, erwies sich jedoch als unverkäuflich. In der Folge muss sie nun zerschlagen und umgebaut werden. Die Dienstleistungen für Sparkassen sollen an eine Verbundbank übertragen werden, die dann in der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) aufgehen wird. Alle Vermögenswerte die bis Mitte 2012 nicht verkauft werden können, werden an die seit 2009 bestehende Bad Bank „Erste Abwicklungsanstalt“ (EAA) übertragen, die bereits ein milliardenschweres Portfolio mit faulen Wertpapiere verwaltet. Der Rest der WestLB wird dann in eine Servicegesellschaft (SPM) umgewandelt, die im vollständigen Besitz des Landes verbleiben und rund 1.000 der 4.400 Mitarbeiter beschäftigen soll. Die SPM darf dann keine neuen Bankgeschäfte mehr tätigen, sondern soll als Dienstleister der Verbundbank und der EAA fungieren, die ihre Dienste wie Controlling und Vermögensverwaltung aber auch Dritten anbieten darf.
 

 

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