Kolumnen

Wie teuer wird der Ökostrom? Was ist uns Deutschen die Umwelt wert?

Bei einer Umfrage des Umweltbundesamtes plädieren 85 % der Deutschen für den raschen Ausbau von Erneuerbaren Energien. Aber nur acht % beziehen bis jetzt Ökostrom. Zwischen Bewusstsein und Sein klafft noch immer eine große Lücke. Doch die Bewusstseinsänderung zugunsten der Umwelt nimmt weiter zu. Der Umfrage zufolge gehört in Deutschland das Thema Umwelt zu den drei wichtigsten Politikthemen.

 

Aber nur fünf Prozent der Befragten würden für umweltfreundliche Produkte wesentlich mehr Geld ausgeben. Immerhin hat sich die Anzahl von Ökostromkunden innerhalb von zwei Jahren verdoppelt.

Ökostrom ist ja auch in manchen Regionen bereits billiger als herkömmlicher Strom.

 

Trotz positiver Trends zugunsten der Umwelt wird der Gesetzgeber an neuen Gesetzen und Vorschriften nicht herumkommen. Die Mehrheit der Deutschen ist zum Beispiel für ein Tempolimit von 130 Km/h auf Autobahnen, aber kaum einer hält sich freiwillig daran. Da helfen nur einheitliche Regelungen.

 

Neue Regelungen vom Gesetzgeber für Ökostrom fordern jetzt auch 70 Umweltwissenschaftler

 

Der Vorgang ist ohne Beispiel. Zu den Autoren gehören der Chef des Freiburger Ökoinstituts, Felix Mattes, der Vizechef des Wuppertal-Instituts, Manfred Fischedick, die Professoren Claudia Kemfert und Eberhard Jochem sowie der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie, Jürgen Schmid. Die Autoren sind allesamt seit Jahren Befürworter eines raschen Ausbaus der Erneuerbaren Energien.

 

Aber die befürchten jetzt eine „Überinvestitionswelle“ bei der Photovoltaik. Die Kosten, welche alle Stromverbraucher für die PV-Anlagen aufbringen müssen, würden in den nächsten Jahren aus dem Ruder laufen, weil immer mehr Deutsche PV-Anlagen installieren. 2010 müssten die deutschen Stromkunden 13 Milliarden Euro mehr aufbringen. Künftig würden sich die Mehrkosten pro Haushalt von jährlich 12 Euro im Jahr 2005 auf 12 Euro im Monat erhöhen. 2012 würden  wegen des Ausbaus der Erneuerbaren die Strompreise um 30 % steigen.

 

Die Freunde der Erneuerbaren befürchten also, dass durch solche Preissprünge die politische Akzeptanz für Erneuerbare Energien schwindet. Die Autoren fordern deshalb „niedrigere Fördersätze“.

 

Die Grünen und die SPD haben sofort zugestimmt und künftig mäßige Kürzungen pro Vierteljahr statt einer drastischen Kürzung jedes Jahr vorgeschlagen. Damit könnte die Solarwirtschaft eher klar kommen als durch brutale jährliche Kürzungen wie sie von Teilen der CDU/CSU und der FDP gefordert werden.

 

Frank Asbeck, Chef des Branchenriesen Solarworld, warnt die Politik ebenfalls vor jährlichen drastischen Kürzungen. Die meisten deutschen Solarfirmen würden dadurch in ihrer Existenz gefährdet. Asbeck macht darauf aufmerksam, dass in spätestens zwei Jahren der Solarstrom vom Dach ohnehin preiswerter sei als der herkömmliche Strom aus der Steckdose.

 

Quelle: © Franz Alt 2010

 

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