Gesundheit

Wintersport: Wie Sie nicht in den sportlichen Winterschlaf verfallen

Bewegung im Winter? Wintersport? Es ist kalt und dunkel: Da kann man zusätzliche Glückshormone noch besser gebrauchen als in der hellen Jahreszeit. Wer das Sofa gegen Schlittschuhe, Schlitten oder Langlauf-Ski und Bewegung in klirrender Kälte an der frischen Luft tauscht, bekommt viele davon. Kombiniert mit Entspannungs- und Wellness-Einheiten profitiert man so nicht nur körperlich. Man gewinnt dem Winter auch die schönsten Seiten ab. Wenn es kalt und schon nachmittags dunkel ist, fällt es umso schwerer, das Haus noch einmal für Sport zu verlassen. Umfragen zeigen immer wieder, dass sehr viele Menschen sportlich in den Winterschlaf verfallen – zumindest, was ihre Bewegung an der frischen Luft betrifft.

“Aber man muss ja nicht unbedingt im Winter sein gewohntes Programm an Laufen, Walken, Radfahren oder Inlineskaten durchziehen. Schließlich gibt es im Winter auch tolle Alternativen”, sagt Dr. Stefanie Liedtke, Sportwissenschaftlerin im AOK-Bundesverband. Zum Beispiel:

Schlittschuhlaufen – Winterersatz nicht nur für Inliner-Freunde

Auf zugefrorenen Seen unter blauem Himmel macht es am meisten Spaß, auf Kufen durch die Gegend zu fahren. Wenn die Temperaturen das nicht zulassen und die Seen nicht freigegeben sind, kann man seine Runden aber auch bei Musik in Eisstadien ziehen. Wer Inliner fahren kann, ist meistens auch schnell geübt beim Schlittschuhlaufen. Ansonsten bieten die Sportzentren in der Regel Kurse an. Oder man weicht auf Gleitschuhe zum Üben aus.

Langlaufski – geht auch vor der eigenen Tür

Fürs Skifahren muss man nicht unbedingt in den Urlaub fahren. Sobald es einmal richtig geschneit hat und Waldwege oder Sportplätze mit Schnee bedeckt sind, kann man Langlaufski sogar vor der eigenen Haustür fahren. Dazu braucht es mit ein wenig Übung nicht einmal eine Loipe. Eine anstrengendere Variante des normalen Skilanglaufens ist das Skaten, bei dem die Ski seitwärts ausgestellt werden, ähnlich wie beim Inliner-Fahren.

Rollski fahren – Bewegung für Skifahrer ohne Schnee unter den Füßen

Wintersport ohne Schnee unter den Füßen betreiben kann man mit Rollski. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Inlinern und Langlaufski, die Rollen sind unter den skiähnlichen Brettern. Wie beim Skifahren sind dabei auch Stöcke im Einsatz.

Schlitten fahren – Diese Bewegung bringt auch Erwachsenen Spaß

Bei Bewegung und frischer Luft muss man ja nicht immer nur an die Gesundheit denken: Der Spaß allein tut schon gut. Außerdem ist das ständige Wiederhochziehen des Schlittens nicht zu unterschätzen, was Anstrengung und Schwitzen betrifft.

Schneeschuh-Wandern – beim Winterwandern die Landschaft genießen

Wenn es ein schönes Schneegebiet in der Nähe gibt, kann man mit den Schneeschuhen schön mitten durch den tiefen Schnee im Wald wandern. Die Alu- oder Kunststoffrahmen werden unter den Wanderschuhen befestigt und sorgen dafür, dass man nicht einsackt.

Curling oder Eisstockschießen – Bewegung mit Schwung und Mannschaft

Die beiden aus Schottland und den Alpen stammenden Sportarten ähneln vom Prinzip her dem Boule-Spielen. Bei beiden geht es darum, den so genannten Stein beziehungsweise Eisstock möglichst nah an einen bestimmten Punkt auf dem Eis zu befördern – und darin besser zu sein als das gegnerische Team. Mittlerweile gibt es solche Bahnen sogar schon bei Gaststätten, die sie eigens für ihre Gäste präparieren.

Schwimmen in Thermalbädern – auch im Winter schön warm

Viele Thermalbäder haben ein Außenbecken, in dem man bei größter Kälte noch in sehr warmem Wasser seine Runden drehen kann.

Wer für solche Arten von Wintersport nicht zu haben ist, der kann auch die meisten seiner Sommer-Aktivitäten beibehalten. Grundsätzlich spricht für gesunde Menschen nichts dagegen, weiterhin Rad zu fahren, zu joggen oder auch Nordic Walking zu betreiben.

Wichtige Hinweise für den Wintersport

Wer gesundheitliche Probleme hat oder lange keinen Sport gemacht hat, sollte vorher seinen Arzt um Rat fragen. Wenn es draußen kalt ist, sollten Sie jedoch Folgendes beachten:

– Tragen Sie wenn möglich Funktionswäsche: Sie transportiert den Schweiß ab, so erkälten Sie sich nicht so leicht. Um besser gesehen zu werden, sollte die Kleidung auch Reflektoren haben.
– Tragen Sie Schuhe mit rutschfestem Profil, die auch Feuchtigkeit abweisen.
– Verlagern Sie bei Kälte das Dehnen, etwa nach dem Joggen, nach drinnen.
– Schützen Sie Ihren Kopf: Über ihn verliert der Körper besonders viel Wärme.
– Atmen Sie beim Sport durch die Nase. Dadurch sind die Aufwärmwege länger und die kalte Atemluft wird besser an die Körpertemperatur angepasst.

Auch wenn es vielleicht erst einmal schwer fällt, sich vom Sofa zu bewegen und nach draußen zu begeben – “Im Nachhinein ist man eigentlich immer froh, sich aufgerafft zu haben”, sagt Liedtke. Die Bewegung an der frischen Luft bringt den Kreislauf in Schwung, deshalb frieren wir anschließend weniger. Sport und frische Luft stärken auch das Immunsystem, so werden wir nicht so schnell krank im Winter. Die Anstrengung setzt Glückshormone frei, der Winter erscheint nicht mehr so dunkel.

Wer anschließend noch die Abwehrkräfte des Körpers stärken möchte oder einfach nur Wärme tanken möchte, der ist nach dem Sport in der Sauna gut aufgehoben. Wer im Winter nicht in Tiefschlaf versinkt, sondern sich weiter bewegt und für entspannende Momente sorgt, der übersteht die kalte Jahreszeit in jeder Hinsicht besser. “Und”, so die AOK-Expertin: “Im Frühjahr muss man dann nicht wieder ganz von vorne anfangen.”

(AOK)

Oliver Foitzik

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