Wirtschaft

Wirtschaftsweise fordern Rente mit 69: Sozialverband kontert „absurd!“

Die fünf Wirtschaftsweisen haben mit dem Gutachten „Herausforderungen des demografischen Wandels“ die Rentendiskussion neu belebt: Der demographische Wandel würde die deutsche Bevölkerung – ein Gleichgewicht von Zu- und Abzügen vorausgesetzt – bis 2060 um fast 24 Millionen Einwohner schrumpfen lassen (um die Bevölkerungszahl konstant zu halten, müssten jährlich 350.000 Menschen zuwandern). Die dadurch einhergehende Belastung für die Renten- und Krankenkassen seien nur über ein höheres Renteneintrittsalter abzufangen. Das heißt die Rente mit 67 ab 2029, ab 68 Lebensjahren im Jahr 2045 und schließlich ab 69 Jahren in 2060. Laut den Wirtschaftsweisen solle dies sogar auch für Beamte gelten. Das Gutachten stieß auf scharfe Kritik der Opposition und von Sozialverbänden. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles: „Das Rentenalter weiter zu erhöhen, ist mit der SPD nicht zu machen. Ziel muss vielmehr sein, dass endlich mehr ältere Menschen überhaupt Chancen am Arbeitsmarkt haben, denn ohne Arbeit ist eine Erhöhung des Renteneintrittsalters nichts Anderes als eine Rentenkürzung.“ Auch der Sozialverband Deutschland bezeichnet die Rente mit 69 als „schlichtweg unverantwortlich“ und die Forderungen der Wirtschaftsweisen als „absurd“  – besonders, da die Beschäftigungssituation älterer Arbeitnehmer nach wie vor „jämmerlich“ sei. Entlastend für die öffentlichen Kassen würde eine entsprechende Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften wirken, eine höhere Beschäftigungsquote von Frauen (bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie mehr und günstigere Krippenplätze vorausgesetzt) sowie ein soziales Sicherungssystem, dass nicht vornehmlich auf den Faktor Arbeit aufbaut und diesen über die Gebühr belastet, sondern alle Einkommensarten hinzuzieht, wie beispielsweise in der Schweiz, sowie auch nicht die Besserverdienenden durch die privaten Krankenkassen aus dem solidarischen System herausnimmt, gut verdienende Berufszweigen eigene Rentenkassen zubilligt wie beispielsweise den Anwälten, oder riesige Berufsgruppen wie die Beamten gar nicht erst zur Kasse bittet.

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