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WLAN, HotSpots oder Mobilfunk… Wie surft Deutschland mit dem Tablet?

Es ist noch nicht lange her, da galt das Netbook als das „must have“, um für das mobile Internet gerüstet zu sein. Doch das Tablet lässt die ehemals beliebten Minirechner mittlerweile antiquiert erscheinen und auch dem Notebook machen sie mächtig Konkurrenz – jedenfalls auf dem Absatzmarkt (s. Grafik 1). Auf das Geschäft mit den mobilen Datendiensten wirkt sich dieser Trend erheblich aus. 9,4 Milliarden Euro sollen 2013 umgesetzt werden.

Erstmals mehr Tablets als Notebooks verkauft

Absatz Notebooks, Tablets 2010 bis 2013
Absatz von Tablets und Notebooks in Deutschland 2010 bis 2013 (Quelle: CEMIX)

Im zweiten Quartal 2013 wurden erstmals mehr Tablets als Notebooks verkauft. 1,124 Millionen der handlichen Flachrechner kauften die Deutschen zwischen April und Juni diesen Jahres. Das entspricht einem Absatzplus von 80 Prozent. Dagegen gingen die Verkäufe bei den tragbaren PCs um rund neun Prozent auf 1,114 Millionen Geräte zurück (s. Grafik 1). Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wie surfen die deutschen mit Ihren mobilen Endgeräten?

Viele Wege führen ins Netz

Nur WLAN oder mit Mobilfunkmodul? Prepaid oder Vertrag? UMTS oder LTE? Wer einen Tablet-Computer hat, steht vor vielen Möglichkeiten, um ins Netz zu gelangen. Dabei geht es weniger um den Funktionsumfang und die Leistungsfähigkeit des Geräts, sondern vielmehr um die Kommunikationsmöglichkeiten und Folgekosten, die sich aus der Anschaffung ergeben. So hat eine aktuelle, repräsentative Befragung von BITKOM Research ergeben, dass zwei Drittel (65 Prozent) aller Tablet-Nutzer ausschließlich per WLAN online gehen und auf einen gesonderten Mobilfunkvertrag verzichten (s. Grafik 2, erster Balken links). Weitere 27 Prozent der Tablet-Nutzer verwenden WLAN zusätzlich.

„Da gut die Hälfte aller Nutzer ihren Tablet-Computer vor allem zu Hause einsetzt, reicht vielen der Zugang über WLAN“, sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. 88 Prozent nutzen zumindest gelegentlich das heimische Netzwerk. Immerhin 28 Prozent wählen sich unterwegs in WLAN-Hotspots ein, bei den Jüngeren unter 30 Jahre sind es sogar 42 Prozent (s. Grafik 2, Balken rechts).

Tablet Surfverhalten
Das Surfverhalten der Deutschen via Tablet (Bild: BITKOM)

Rohleder:  „Der Trend geht klar zu LTE“

Nur insgesamt ein Drittel (33 Prozent) aller Tablet-Nutzer surft auch per Mobilfunk, also mit Prepaid-Karte oder Vertrag. Dabei wird meist der Mobilfunkstandard der dritten Generation (UMTS) genutzt (28 Prozent aller Befragten). Immerhin 8 Prozent surfen schon mit dem neuen, besonders schnellen LTE-Standard (s. Grafik 2, Balken rechts). Geräte mit einem LTE-Modem bieten mehr Bandbreite als die meisten Festnetzanschlüsse. „Der Trend geht klar zur mobilen Internet-Nutzung via LTE“, sagt Rohleder. Derzeit surfen nur 6 Prozent aller Tablet-Nutzer ausschließlich durch ein eigenes Mobilfunkmodul. Besonders beliebt ist diese Zugangsmöglichkeit bei den 30- bis 39-Jährigen (44 Prozent).

Eine Zwischenlösung zwischen WLAN und eigenem Mobilfunkmodul nutzt jeder siebte (13 Prozent) Tablet-Nutzer. In diesem Fall werden die Tablets per Kabel oder Funk mit einem Smartphone verbunden und darüber wird dann der Zugang zum Internet hergestellt.

Laut Befragung setzt jeder vierte Tablet-Nutzer (27 Prozent) das Gerät ausschließlich und jeder dritte (34 Prozent) überwiegend in der eigenen Wohnung ein. Weitere 30 Prozent verwenden ihren Tablet Computer gleichermaßen zu Hause und unterwegs, nur 8 Prozent ausschließlich unterwegs.

9,4 Milliarden Euro mit mobilen Datendiensten

Der Boom bei Smartphones und Tablets sowie der Trend zu UMTS und LTE treiben das Wachstum bei den mobilen Datendiensten. So wird das mobile Internet bald das mobile Telefonieren als wichtigsten Umsatzbringer für Telekommunikationsanbieter ablösen. Dieses Jahr stehen die mobilen Datendienste für rund 44 Prozent des deutschen Markts für Mobilfunkdienste. Das Geschäft mit mobilen Datendiensten legt seit 2009 zweistellig zu, in diesem Jahr voraussichtlich um 10 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro.

(cs)


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Hinweise zu den Datenquelle und zur Methodik:

Im Auftrag des BITKOM hat Bitkom Research 509 Tablet-Nutzer ab 14 Jahren in Deutschland befragt. Die Daten sind repräsentativ. Den Marktprognosen zum Markt für Handys und mobile Datendienste liegen Untersuchungen des European Information Technology Observatory (EITO) zugrunde. EITO liefert aktuelle Daten zu den weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. EITO ist ein Projekt der Bitkom Research GmbH in Zusammenarbeit mit den Marktforschungsinstituten IDC und GfK.

Christoph Schroeder

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