Finanzen

Wohlhabend und mürrisch – macht Geld etwa unglücklich?

… aus der zweiwöchentlichen Themenserie „Anders denken“ von Nicola Fritze. Nach dem letzten Beitrag „Raus aus der Schlechte-Laune-Spirale!“, behandelt der heutige Beitrag das Thema: „Wohlhabend und mürrisch – macht Geld etwa unglücklich?“
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Immer wieder begegne ich Menschen, die schrecklich frustriert wirken. Sie haben einen mürrischen Gesichtsausdruck und eine verspannte Körperhaltung, sind im Umgang unfreundlich und machen einfach einen ziemlich unglücklichen Eindruck. Das wundert mich manchmal – gerade dann, wenn diese Gesprächspartner augenscheinlich ein gutes Leben haben. Wie kann es sein, frage ich mich dann – diese Leute haben einen guten Job, verdienen oft viel Geld, sind umgeben von interessanten Kollegen und spannenden Aufgaben… aber trotzdem scheinen Sie ihr Leben nicht so richtig zu genießen.

Ich war überrascht, in einem Buch zum Thema Glück eine mögliche Erklärung für dieses Phänomen zu finden. Eine Ursache für die Frustration dieser Menschen ist mit vier Buchstaben benannt: Geld. Ja, Sie hören richtig. Einer der Gründe, warum viele von uns trotz einer eigentlich hohen Lebensqualität unzufrieden sind, ist das liebe Geld.

„Na klar“, denken Sie vielleicht, „weil viele von uns zu wenig davon haben!“ Aber so einfach ist es eben erstaunlicherweise nicht. Natürlich stimmt es: Arme sind tendenziell weniger glücklich als Reiche. Tatsächlich kann Geld uns glücklicher machen – gerade dann, wenn wir zu wenig davon hatten und nun etwas mehr verdienen. Die Kurve der Lebenszufriedenheit steigt sogar steil an, wenn man erstmals genug Geld verdient, um wichtige Grundbedürfnisse zu befriedigen. Spannend ist jedoch, dass diese Kurve schnell abflacht, sobald diese Bedürfnisse abgedeckt sind. Studien sagen: es spielt für die eigene Lebenszufriedenheit kaum mehr eine Rolle, ob wir 40000, 60000 oder 90000 Euro verdienen. Wenn die Grundbedürfnisse einmal abgehakt sind, kommt es auf ganz andere Dinge im Leben an als die Zahl der verdienten Euros.

Tatsächlich kann Geld der Forschung nach zu unserem Unglück beitragen. Oder eher: das Streben nach Geld. Eine der größten Quellen für Unzufriedenheit ist vielen Studien nach das verbissene Verfolgen materialistischer Lebensziele. Selbst hoch erfolgreiche, bestverdienende Menschen können sehr unglücklich sein, wenn sich ihr Handeln aus dieser Motivation speist. Vor allem dann, wenn ihre Motivation, viel Geld zu verdienen, auch noch auf negativen Motiven beruht. So sind vor allem diejenigen von uns unglücklich, die viel Geld verdienen wollen, um es „anderen zu zeigen“. Wenn wir also aus Neid gegenüber unseren Kollegen und Nachbarn heraus verbissen Geld verdienen, können wir noch so reich werden – und werden trotz des Geldes nicht einfach glücklich. Oder wenn wir ein schlechtes Selbstbewusstsein haben und dieses durch Statussymbole aufwerten wollen. Das Glück wird sich in diesem Fall auch dann nicht einstellen, wenn wir all unsere materiellen Ziele (das größte Haus, den größten Wagen, usw.) erreichen.

Besonders unglücklich macht materielles Streben also vor allem dann, wenn wir uns etwas beweisen wollen und uns mit Hilfe von Geld über Andere erheben. Hinzu kommt: wer viel haben will, muss in der Regel viel arbeiten. Das ist gleichbedeutend mit weniger Zeit für Familie und Freunden – gerade den Menschen also, die uns am glücklichsten machen können. Tja, nicht ohne Grund gibt es das Sprichwort „Geld allein macht nicht glücklich.“!

Nun bleibt noch die Frage: was macht dann glücklich? Die Antwort ist ziemlich eindeutig: Nähe zu Menschen, die wir lieben. Anderen zu helfen. Und Zeit für Aufgaben zu investieren, die wir richtig gerne erledigen. Aufgaben, für die wir brennen. Wer seinen Beruf also richtig gerne ausübt, hat eine gute Chance auf hohe Lebenszufriedenheit. Dann kommt das liebe Geld als nettes Beiwerk hinzu – ist aber nicht der Hauptgrund, um morgens ins Büro zu gehen.

Denken Sie also ruhig öfters mal an folgendes Bonmot von Peter Falk: „Geld allein macht nicht unglücklich.“ Nur unsere Einstellung dazu entscheidet darüber, ob es unsere Lebenszufriedenheit erhöht oder nicht!

PS: Auch Selbstmotivation kann zum Lebensglück beitragen. Schauen Sie doch mal in mein neues Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ (Link zum Interview mit Nicola Fritze über ihr neues Buch).

Ihre Nicola Fritze

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Über Nicola Fritze

Nicola FritzeNicola Fritze ist Deutschlands Motivationsfrau. Mit ihrem Motto “Anders denken – anders handeln” begeistert die Trainerin und Rednerin jährlich tausende von Menschen. Ihre zwei Podcasts “Das Abenteuer Motivation” und “Der Fritze-Blitz” zählen zu den erfolgreichsten Podcasts zum Thema Motivation und Persönlichkeitsbildung. Ihre Hörsendungen erreichen mehr als 30000 Hörerinnen und Hörer.

Anfang 2011 erschien ihr neues Buch “Raus aus der Grübelfalle Wie Sie Ihre Denkgewohnheiten ändern und Ihre Persönlichkeit gezielt weiter entwickeln”. Hierin zeigt Nicola Fritze augenzwinkernd auf, wie wir mit Hilfe des Konzepts der inneren Stimmen handeln, statt immer nur zu grübeln. Mehr über die Motivationsfrau erfahren Sie unter www.nicolafritze.de.

Marc Brümmer

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