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Zehn Jahre … Was nun, YouTube?

(mit Infografik) Ursprünglich als Plattform zum Teilen von Partyvideos ins Leben gerufen, hat YouTube die Musik- und Filmindustrie nachhaltig verändert. Warum die aktuell meist genutzte Videoplattform der Welt auch für den Mittelstand relevant ist, erfahren Sie im folgenden Rückblick auf ein Jahrzehnt YouTube. Zudem wird auch die Frage gestellt, wohin die YouTube-Reise noch gehen soll.

Broadcast Yourself

Oft sind es scheinbare Banalitäten, welche die Welt revolutionieren. Die drei Gründer von YouTube, wollten Videos im Internet veröffentlichen. Zum einen, um von seinen Erlebnissen zu berichten, zum anderen, um zu wissen, was seine Freunde gerade machen. Das Problem: Sie fanden keine Plattform dafür. So erstellten sie selbst eine. Getreu dem bis heute geltenden YouTube-Motto „Broadcast Yourself“ (grob übersetzt: „Sende über dich selbst“) war es von nun an möglich sein Leben via Bewegtbild mit anderen zu teilen, und zwar ohne, dass eine zwischengeschaltete Redaktion Inhalte verkürzte oder sonst irgendeiner Form veränderte.

Happy Birthday, YouTube!

Daraus ist eines der erfolgreichsten Internet-Startups aller Zeiten entstanden, das am 15.02.2015 seinen zehnten Geburtstag feierte. Schon die Zahlen sind beeindruckend. So verbucht die Plattform für sich:

  • mehr als eine Milliarde Nutzer pro Monat*
  • einen Umsatz zwischen drei und sieben Milliarden Euro**
  • mehr als sechs Milliarden Stunden Videomaterial
  • und Werbeeinnahmen von zwei Euro pro 1.000 Klicks**

Totengräber fürs Fernsehen?

In Deutschland und vielen anderen Ländern steht YouTube bei der werberelevanten Zielgruppe ganz weit vorne. Fragt man Jugendliche, welche Internet-Angebote sie derzeit besonders gut fänden, nennt fast jeder dritte Befragte (30 Prozent) YouTube. Das blieb für den bisherigen Platzhirsch in puncto Information und Unterhaltung, dem Fernsehen, nicht ohne Folgen. Während hier bei der Vergabe von Werbeaufträgen eine Stagnation zu verzeichnen ist, ist bei der aktuell meist genutzten Videoplattform diese binnen eines Kalenderjahres um 300 Prozent gestiegen (siehe folgende Infografik von freemake.com).

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Für viele ist YouTube mittlerweile die bessere Alternative zum Fernsehen. (Quelle: freemake.com)

Doch wie sagt man so schön? Tot geglaubte leben länger! So haben die Fernsehsender durch die Einrichtung von Mediatheken auf die Konkurrenz reagiert. Es bleibt also abzuwarten, ob YouTube der Totengräber fürs Fernsehen ist.

Auch der regionale Mittelstand profitiert

Auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die in ihrer Region sehr aktiv sind, haben YouTube für sich entdeckt. Sie haben erkannt, dass junge Menschen sich via Internet auch über regionale Arbeitgeber oder Anbieter von Dienstleistungen und Produkten informieren. Daher finden sich auf der Videoplattform zahlreiche Informationen über das Unternehmen von nebenan. Doch Vorsicht: Unternehmen dürfen keine reine Werbung senden, denn ein schlechtes Web-Video kann unglaublich teuer werden.

Quo vadis, YouTube?

Was mit kurzen „Ruckelvideos“ begann, ist dank HD, YouTube-eigenen Studios zu und nicht zuletzt durch die Übernahmen von Google im Jahr 2006 zu einem profitablen Unternehmen angewachsen. Erfolg und Wachstum stellen Unternehmen allerdings auch vor neue Herausforderungen. Daher die Frage: Quo vadis, YouTube?

Wie geht man mit denen um, die YouTube einst groß gemacht haben und heute im Meer der professionell gemachten Videos verschwinden? Wie geht man mit der Zahl der wachsenden Konkurrenten um, darunter Snapchat, Vine und Vimeo, zu denen bereits etliche „YouTuber“ gewandert sind? Das sind Fragen, die YouTube für sich beantworten muss, will es auch die nächsten zehn Jahre überleben. Denn wie schnelllebig die digitale Wirtschaftswelt ist, zeigen Beispiele aus der Vergangenheit, wie Nokia, einst erfolgreichster Handyhersteller oder Lycos, die einst meist genutzte Internetsuchmaschine.

*YouTube-eigene Angaben

** Schätzungen der ARD-Tagesschau

Christoph Schroeder

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