Energie & Umwelt

Zwischen Atom und Solar: Indien baut riesigen Solarpark – auch viele AKWs

In Indien leben 1,2 Millarden Einwohner. Davon müssen bisher 500 Millionen noch ohne festen Stromanschluss auskommen. Doch Indien treibt den Ausbau der Stromversorgung ungebremst voran. In Shivajinagar soll nun ein riesiger Solarpark entstehen um einen kleinen Teil des wachsenden Stromhungers zu decken. Die Nennleistung von vorerst 125 Megawatt soll später auf 150 Megawatt aufgewertet werden. Der indische Träger des Projekts Mahagenco beteiligt sich mit 120 Millionen Euro an dem Projekt, die deutschen Entwicklungsbank KfW fördert das Vorhaben mit einem Kredit von 250 Millionen Euro. Das Bauvorhaben soll bis 2012 abgeschlossen werden. Das Projekt ist ein Versuch, bei der Photovoltaik aufzuholen. Mit 300 Sonnentagen im Jahr hat Indien ein außerordentliches Potential für die Photovoltaik. Bis 2020 sind deshalb Solaranlagen mit einer Nennleistung von 20 Gigawatt geplant.

Die Regierung treibt den Ausbau von erneuerbaren Energien zwar voran aber sie setzt doch noch verstärkt auf die Atomkraft. Auch nach der Katastrophe in Japan ist das Vertrauen von Neu Delhi in seine AKWs ungebrochen. Bisher wurden 20 Atomkraftwerke in Indien ans Netz angeschlossen. Weitere sechs sind derzeit in der Nähe von Jaitapur, einem sehr aktiven Erdbebengebiet, in Bau und weitere 34 sind für die nächsten Jahre in Planung. Außerdem wurde in Indien vor kurzem die weltgrößte Uranlagerstätte der Welt entdeckt, welche jedoch immer noch nicht ausreicht, um den Bedarf von Indien vollends zu decken. Ein Großteil des weltweiten Energieanstiegs bis 2030 wird wahrscheinlich auf den stark wachsenden Strombedarf von Indien und China zurückzuführen sein.
 

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