Kolumnen

Ägypten und Tunesien: Die ersten Klima-Revolutionen

„Brot und Freiheit“ stand auf vielen Plakaten der Aufständischen in Kairo und Tunis. Der Hunger von Millionen und die steigenden Lebensmittelpreise gehörten zweifellos  zu den Auslösern der beiden Revolutionen. Eine der Hauptursachen des Hungers ist der Klimawandel und die ihm vorausgehenden Wetterextreme, welche die Klimaforscher seit Jahren vorhersagen.

 

Dürre in ganz Afrika, Feuer in halb Russland, gewaltige Überschwemmungen in Australien, Pakistan und Lateinamerika, Trockenheit in Lateinamerika. Die Zeichen mehren sich.

 

2010 war das heißeste Jahr seit 1870

 

Das alles hat riesige Ernteausfälle zur Folge. Die Lebensmittelpreise steigen weltweit so wie die Zahl der Hungernden. In Arabien hat der Hunger, die Arbeitsplatzmisere der vielen jungen Menschen und die Sehnsucht nach Freiheit die Lust zur Revolte bestärkt.

 

Der Lebensmittel-Preisindex der FAO (Food and Agriculture-Organisation der UN) hat zu Beginn dieses Jahres einen historischen Höchststand erreicht. Der Nobelpreisträger Paul Krugman weist in der New York Times als erster Ökonom auf den Zusammenhang des Klimawandels und den Revolutionen in Nordafrika hin.

 

Die Wetterextreme führten weltweit zu Hitzewellen und zu einem Rückgang der Ernteerträge – vor allem in den armen Ländern.

 

Auch das Landwirtschaftsministerium in Washington geht davon aus, das die weltweiten Ernteerträge unter Berücksichtigung der steigenden Bevölkerungszahl 2010/2011 gegenüber dem Vorjahr um 5,1 % zurückgegangen sind. Die Lebensmittelpreise steigen parallel zu den Umweltkatastrophen. Fachleute gehen davon aus, dass die Preise für Lebensmittel 2011 weiter steigen werden. Das könnte weitere Revolten zur Folge haben.

 

Wie rasch sich Hungeraufstände mit der Forderung nach mehr Demokratie und Freiheit verbinden können, erleben wir gerade. Im Dürrejahr 2008 gab es weltweit Hungerrevolten in über 30 Ländern.

 

Quelle: © Franz Alt 2011

 

ElSchnuppero

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