Bauen & Wohnen

IfD Allensbach: Grundsätzlich angemessene Mietpreise in Deutschland

Die Wohnungs- und Mietpolitik stand in den letzten Monaten verstärkt im Fokus öffentlicher Debatten. Während des Bundestags-Wahlkampfes hat sie sich als eine der Top-Themen heraus kristaliisiert. Auch in den aktuell laufenden Koalitionsverhandlungen spielt die „Mietpreisbremse“ (SPD), beziehungsweise die Einführung einer „Preisbremse bei Neuvermietungen“ (CDU) eine zentrale Rolle. Jenseits dieser Debatten, erforschte das Institut für Demoskopie Allensbach in mehreren bevölkerungsrepräsentativen Umfragen die Meinung und Einstellung der Bevölkerung zu ausgewählten Fragen der Wohnungs- und Mietpolitik. Dabei kam heraus: Grundsätzlich halten die Deutschen die Mietpreise für angemessen.

Grundsätzlich angemessene Mietpreise

Grundsätzlich werden die Mieten von der Mehrheit der Bevölkerung nicht als zu hoch empfunden. So das zentrale Ergebnis der Befragung. In der Gesamtbevölkerung sind 38 Prozent der Meinung, dass die Mieten zu hoch sind, 40 Prozent halten sie für angemessen, 10 Prozent sogar für relativ günstig. Allerdings: Von denjenigen, die selbst zur Miete wohnen, stufen 47 Prozent die Mieten bei sich am Wohnort als zu hoch ein, 38 Prozent halten sie für angemessen, nur 7 Prozent für relativ günstig.

Gravierende Unterschiede zwischen Stadt und Land

Nachts in Köln
In Metropolen, wie z. B. Köln sind die Mietpreise besonders hoch (Bild: Uli Stoll Outdoor-Fotografie info@parknplay.de / pixelio.de)

Gravierend werden Unterschiede jedoch in Abhängigkeit von der Wohnortgröße. Je größer die Einwohnerzahl, desto höher die Einschätzung, dass die Mieten zu hoch sind. Allerdings ist nur in Großstädten mit 500.000 und mehr Einwohnern eine deutliche Mehrheit (64 Prozent) der Einwohner der Meinung, dass die Mietpreise zu hoch sind. In allen anderen Städten und auf dem Land hält die relative Mehrheit der dortigen Bevölkerung die Mieten für angemessen oder sogar relativ günstig (Schaubild 2).

Logische Kosequenz: Auch beim Bedarf an neuen Wohnungen in der eigenen Region gibt es Unterschiede zwischen der Stadt- und Landbevölkerung. In Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern sieht nur eine Minderheit Bedarf an neuen Wohnungen. In den Großstädten bis 500.000 Einwohnern sind es dagegen bereits 43 Prozent, in Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern sogar 53 Prozent, die den Bau neuer Wohnungen in der eigenen Region für notwendig halten (Schaubild 4).

Mehrheit der Bevölkerung spricht sich für „Mietpreisbremse“ aus

Um einen weiteren Anstieg der Mietpreise zu verhindern, werden zurzeit zwei Optionen diskutiert:

  • der verstärkte Bau neuer Wohnungen
  • staatliche Begrenzung der Mietpreise über eine sogenannte „Mietpreisbremse“

Vor die Wahl gestellt, welche der beiden Maßnahmen man für besser hält, spricht sich die Mehrheit der Bevölkerung für eine staatliche Begrenzung der Mietpreise aus. 54 Prozent der Bevölkerung halten diese Maßnahme für besser, 29 Prozent sprechen sich für den verstärkten Bau neuer Wohnungen aus.

Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen Stadt und Land. Von Personen, die in Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern leben, sprechen sich 57 Prozent für eine Mietpreisbremse aus; in Großstädten sind es 50 Prozent (Schaubild 4).

(cs mit Informationen des Instituts für Demoskopie Allensbach)

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Technische Daten zur Studie:

  • Anzahl der Befragten: Jeweils rund 1.500 Personen ab 16 Jahre
  • Repräsentanz: Gesamtdeutschland,
  • Bevölkerung ab 16 Jahre
  • Zeitraum der Befragung: Frühjahr/Sommer 2013
  • Archiv-Nummer der Umfrage: 11002, 11007 und 11009
Christoph Schroeder

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