Wirtschaft

Allianz beteiligt sich mit 300 Mio. Euro an Griechenlandhilfe – erneute Drohung der Ratingagenturen

Der weltgrößte Versicherer Allianz beteiligt sich als erstes deutsches Finanzinstitut an der Griechenlandrettung. Allianz-Chef Michael Diekmann hat eine Beteiligung von 300 Millionen Euro angekündigt, da ein Ausfall Griechenlands verheerende Folgen haben würde. So könnte laut Diekmann eine Insolvenz Griechenlands größere Auswirkungen haben, als die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im Zuge der Finanzkrise 2008. Die Hilfe sei daher alternativlos. Allerdings hat die Allianz ihren Bestand an griechische Anleihen zuletzt bereits von 3,3 Milliarden Euro auf rund 1,3 Milliarden Euro reduziert. Diekmann schlägt auch vor, mit einem Teil des Geldes, das für den Euro-Rettungsmechanismus vorgesehen ist, einen Anleiheversicherer für griechische Bonds zu gründen. Dieser soll dann die Anleihen bis zu einem Nennwert von 90 Prozent absichern.

Unterdessen haben die 17 Euro-Finanzminister der Auszahlung einer weiteren Kredittranche in Höhe von zwölf Milliarden Euro aus dem 110-Milliarde-Hilfspaket zugestimmt. Eine drohende Pleite Athens ist damit vorerst abgewendet. Allerdings hat die Ratingagentur Standard & Poor’s bereits gedroht, dass sie auch eine Laufzeitverlängerung griechischer Anleihen als Zahlungsausfall einstufen würde, womit die Bonität Griechenlands auf den internationalen Finanzmärkten auf die niedrigste Stufe D abgesenkt werden würde. Über die Rolle der Ratingagenturen in Europa und der Euro-Krise ist zuletzt ein heftiger Streit entbrannt. Den drei dominierenden US-Ratingagenturen könnte laut Überlegungen der EU-Behörden ein empfindlicher Machtverlust in Europa drohen.

ElSchnuppero

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