Regionales

Augsburg: Keimzelle für Faserverbund-Entwicklungen

Im Beisein der Träger des AUGSBURG Innovationsparks übergab der Vorstandsvorsitzende des Carbon Composites e.V. (CCeV), Dr. Reinhard Janta, offiziell die baulichen und betrieblichen Anforderungen des CCeV zum Bau des Technologiezentrums Augsburg (TZA) an den Oberbürgermeister des Stadt Augsburg, Dr. Kurt Gribl. Der fachliche Anforderungskatalog ist die Basis für den Architektenwettbewerb zum Bau des TZA.

Das Kompetenznetzwerk des Carbon Composites e.V. besteht aus über 110 Unternehmen, die im Bereich der Faserverbundtechnologie aktiv sind. Daher ist der Verein mit Sitz in Augsburg kompetenter Partner der Stadt für das Technologiezentrum Augsburg (TZA), das auf dem Areal des AUGSBURG Innovationsparks entstehen wird. In der "Keimzelle" für Faserverbund-Entwicklungen sollen Neuheiten aus Faserverbundwerkstoffen in Kooperation von Forschern und Firmen entwickelt werden.

Das Technologiezentrum Augsburg soll im Anschluss an das Gelände der bereits im Bau befindlichen Gebäude für angewandte Forschung der DLR und Fraunhofer-Gesellschaft im südlichen Innovationspark angesiedelt werden. Es wird sich dadurch auszeichnen, dass es mit seiner Gesamtfläche von 17.760 Quadratmetern und einer maßgeschneiderten Ausstattung speziell für die Anforderungen zur Herstellung und Bearbeitung von Faserverbundbauteilen geeignet ist. So ist die Halle mit 6.000 m² teilweise klimatisiert, mit besonderen Abluftfiltern und notwendigen technischen Gasen ausgestattet, um den Mitarbeitern von kleinen, mittelständischen (KMU) und großen Unternehmen ein optimales Entwicklungsumfeld für Faserverbundbauteile zu bieten. Große zentrale Einrichtungen wie Autoklav, Pressen und roboterstützte Bearbeitungsanlagen werden gerade für KMU ungeahnte Möglichkeiten zur Entwicklung neuartiger Produkte bieten.

An die Fertigungshalle des Technologiezentrums Augsburg grenzen 30 Labore und Werkstätten mit insgesamt 2.000 m² an, in denen neben Formen- und Faserverbund-Dienstleistungsunternehmen die entwickelnden Unternehmen genügend Platz finden, um effiziente Produkte zu entwickeln. Um ungestört von den Blicken Anderer ihre Prozesse designen können sollen für die Entwickler auch sogenannte "Closed-Shop"-Bereiche in Halle und Labor eingerichtet werden. Jedes der Labore soll eigene Abluftanlagen mit speziellen Filtermöglichkeiten erhalten und sowohl von außen als über die gemeinsamen Halle zugänglich sein.

Die Bürobereiche verfügen über 5.532 m² Fläche. Sie sind nach modernsten Gesichtspunkten ausgestattet und bieten Platz für 600 Büroarbeitsplätze.

 

Schwerpunkt beim Bau des Technologiezentrums Augsburg ist Ressourceneffizienz in vielerlei Hinsicht: Neben der Nutzung von Wärme und Abwärme soll auch die Ressource Tageslicht, Wasser und Strom sowie die Verwendung natürlicher Baustoffe beachtet werden. Das Gebäude soll nach modernsten Gesichtspunkten energieoptimiert sein und als Leuchtturmprojekt des AUGSBURG Innovationsparks bereits viele der heute verfügbaren in die Zukunft weisenden Architekturmerkmale aufweisen.

Die wichtigste Komponente zur effizienten Entwicklung ist die Kommunikation zwischen den verschiedenen Entwicklern im Technologiezentrum Augsburg als auch rund um das Gelände in den benachbarten Gebäuden. Dafür sind zahlreiche Besprechungszimmer vorgesehen. Für größere Veranstaltungen sowie zur Aus- und Weiterbildung von Fachkräften stehen größere Säle und eine Multifunktionsfläche von 300 m² bereit.

Die Anziehungskraft des Innovationsparks hängt auch entscheidend von einer attraktiven Ausgestaltung für Fachkräfte ab. Deshalb wird die Stadt Augsburg in Kürze Konzepte vorlegen, in denen neben dem Verkehrs- und Parkraumkonzept auch die Entwicklung der Konzepte für Bewirtung, Restauration und Versorgung sowie Kinderbetreuungsmöglichkeiten der insgesamt ca. 1.000 Mitarbeiter im südlichen Teil des Innovationsparks nach Fertigstellung aller Baumaßnahmen aufgezeigt werden.

Das vom Freistaat Bayern mit über zehn Millionen Euro geförderte Vorhaben des Technologiezentrums wird in enger Abstimmung vom Projektbüro Innovationspark der Stadt Augsburg mit dem Tochterunternehmen WBG, den beiden Kammern sowie dem CCeV als Kompetenzpartner vorangetrieben.

 

Carbon Composites e.V.

Über Carbon Composites e.V.

Carbon Composites e.V. (CCeV) ist ein Verband von Unternehmen und Forschungseinrichtungen. CCeV vernetzt Forschung und Wirtschaft im Süden des deutschsprachigen Raums (Süddeutschland, Österreich, Schweiz). Sitz des Vereins ist Augsburg.

CCeV versteht sich als Kompetenznetzwerk zur Förderung der Anwendung von Faserverbundtechnologien. Die Aktivitäten von CCeV sind auf die Produktgruppe "Marktfähige Hochleistungs-Faserverbundstrukturen" ausgerichtet. Der Fokus liegt auf Faserverbundstrukturen mit Kunststoffmatrices, wie sie aus vielen Anwendungen auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt sind, sowie auf Faserverbundstrukturen mit Keramikmatrices mit ihren höheren Temperatur- und Verschleißbeständigkeiten.

 

Ein Kommentar zu “Augsburg: Keimzelle für Faserverbund-Entwicklungen

  1. schöne Überschrift und nett zu lesender Artikel, aber wie immer heutzutage, einfach die Wirklichkeit ausgeblendet.
    Die “Keimzellen” liegen schon Jahrzehnte zurück und das was heute als toll befunden wird, wurde jahrelang kleingeredet. Fast alle Prozesse bestehen schon seit Jahren in Nischen, heute werden vielfach nur die Bezeichnungen der Prozesse neu erfunden und dies als Innovation dargestellt. Einzig die Simulation hat Fortschritte gebracht und ist von “grob abschätzen” zu “richtige Grössenordnung der Fehlerbilder” aufgestiegen. Trotzdem ist es schön anzusehen, wenn man über 30 Jahre Keime gesät hat, wenn Triebe langsam spriessen. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.