Wirtschaft

Bewegung bei Einführung der Rechtsform einer Europa-GmbH

Der Mittelstand fordert bereits seit Jahren eine neue einheitliche Rechtsform für den EU-Binnenmarkt. Die Koalitionsregierung hat sich dieses Anliegen nun zu eigen gemacht und plant offenbar einen neuen Vorstoß zur Einführung der Rechtsform einer „Europäischen Privatgesellschaft“ (EPG), der so genannten Europa-GmbH. Diese soll speziell den mittelständischen Bedürfnissen kleiner und mittlerer Unternehmen in dem EU-Binnenmarkt Rechnung tragen und sie von bürokratischen Hürden befreien: Wenn mittelständische Unternehmen im EU-Ausland eine Tochter gründen wollen, müssen sie sich bislang durch das gesellschaftsrechtliche Dickicht von 27 EU-Staaten kämpfen – mit hohen Kosten für die Rechtsberatung, Behörden und Notare. Nach einer Studie der Anwaltskanzlei Baker & McKenzie könnten bis zu vier Fünftel der Startkosten und der laufenden Beratungskosten mit der geplanten Rechtsform eingespart werden. Pro Gründung wären dies schätzungsweise bis zu 60.000 Euro. Vor sechs Jahren wurde bereits die Europa-AG für die Rechtsform der Aktiengesellschaften EU-weit eingeführt. Eine entsprechende Regel für GmbHs hatte sich bislang indes verzögert. Dabei würde die neue Rechtsform vor allem dem exportstarken deutschen Mittelstand zu Gute kommen. Als größte Hürde gelten die unterschiedlichen Auffassungen über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in den Aufsichtsräten. Dieses sensible Thema hatte sich allerdings auch schon bei der Einführung der Europäischen Aktiengesellschaft und bei grenzüberschreitenden Verschmelzungen gestellt.

ElSchnuppero

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.