Management

Business Networking – Interview mit Dr. Clemens Odendahl von claret clover

Im Vorfeld des am Donnerstag, 13.10.2011, stattfindenden 55. Roundtable des MUK-IT zum Thema "Wie ich mein Networking verbessern kann" wurden ausgewählte Führungskräfte und Unternehmer über Ihre Erfahrungen im “Business Networking” interviewt.

Das zweite Interview dieser Gesprächsrunde wurde mit Dr. Clemens Odendahl, Vorstandsvorsitzender der claret clover collaboration management ag, durchgeführt.

 

1. Bitte stellen Sie sich kurz vor:

Mein Name ist Dr. Clemens Odendahl und ich bin Vorstandsvorsitzender der claret clover collaboration management ag, einem Beratungshaus spezialisiert auf Unternehmenskooperationen, Business Relations und Kernkompetenzmanagement. Zu unseren Kunden zählen neben klein- und mittelständischen Unternehmen auch Konzerne.

Mit dem Thema der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit beschäftige ich mich bereits seit über 15 Jahren und habe hierbei meine Sicht auf das Thema sehr geschärft: hinter allen Kooperationen stehen Menschen, die das Thema Kooperationen eben so schwer machen.

Ein Beispiel gefällig? Deutschen missfallen Kooperationen, bei denen der andere einen absolut höheren Gewinn erzielt, da sie das als ungerecht empfinden – selbst wenn sie durch die Kooperation einen positiven Gewinn erwirtschaften. Das ist nicht rational, aber eben durch unser gesellschaftliches Gerechtigkeitsbild geprägt.

Was claret clover jedoch im Kooperationsmanagement so besonders macht, ist, dass wir einen starken Geschäftsprozessmanagement-Hintergrund haben, der unsere Methodik und unser Vorgehen bestimmt. Mit anderen Worten: wir machen Kooperationen messbar.

2. Was bedeutet für Sie “Networking”?

"Networking" ist in erster Linie ein Buzzword. Egal, wen Sie fragen, jeder sagt "Networking ist wichtig". Fragt man dann, was Networking ist, wird’s meist diffus.

Networking ist zunächst mal eine Investition in die Zukunft – ob sie sich amortisiert, erfährt man immer erst im Nachhinein.

Generell existieren jedoch natürliche Grenzen des Networking. Das heißt Ihre Herkunft, Ihre bisherigen Erfahrungen, Ihr aktueller Status und Ihr bereits existierendes Network bestimmen ihr zukünftiges Networking. Um hier eine grundlegende Änderung des eigenen Networks zu erreichen, sind hohe Investitionen erforderlich, die definitiv risikobehaftet sind.

3. Inwieweit ist für Sie ein funktionierendes Business Netzwerk wichtig und wie pflegen Sie dies?

Ein funktionierendes Business Netzwerk ist elementar. Ohne geht nichts und wie bei der Frage zuvor erwähnt, bildet mein bestehendes Netzwerk das Fundament meines zukünftigen Netzwerks.

Die Pflege ist daher auch wichtig, jedoch für jeden Geschäftspartner individuell. Folglich gibt es nicht "die" Pflegeanleitung zum erfolgreichen Networking. Ferner darf man auch nicht zu zielorientiert networken – das durchschaut der Gegenüber und fühlt sich zu Recht ausgenutzt. Da wie bei der ersten Frage erwähnt, hinter dem Networken Menschen stehen, ist der persönliche Aspekt bei der Pflege enorm wichtig.

4. In welchem Rahmen nutzen Sie Ihr eigenes Business Netzwerk und welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Da Kooperationsmanagement mein Geschäft ist, nutze ich mein eigenes Business Netzwerk, um weitere Kooperationen zu managen. Die wichtigste Erfahrung ist eben der Faktor Mensch, der über den Erfolg des Netzwerks entscheidet.

5. Nutzen Sie auch virtuelle Netzwerke, wie Facebook & Co.? Wenn ja, in welcher Form und welche Erkenntnisse haben Sie hier gewonnen?

Ja, aber nur zweckgebunden: Facebook zur Pflege privater Kontakte und Xing zur Pflege geschäftlicher Kontakte, sozusagen als moderne Visitenkartenverwaltung. Ich bin in beiden Netzwerken aber noch nicht sehr lange aktiv.

Wichtig bei diesen virtuellen Netzwerken ist deren Grenzen zu erkennen. Theoretisch hat über Facebook & Co. jeder über gerade mal 3-5 Stufen Kontakt zu allen möglichen wichtigen Leuten. Beispielsweise habe ich gerade ausprobiert und gesehen, dass ich über nur 3 Stufen Kontakt zu unserem Ex-Vizekanzler Westerwelle habe. Als jetziger Bundesminister des Auswärtigen sicherlich ein wertvoller Kontakt. Leider besteht der Kontakt nur virtuell. Wenn ich Herrn Westerwelle wirklich kontaktieren wollte, würde ich wahrscheinlich scheitern. Folglich deckt sich mein wirklich nutzbares virtuelles Netzwerk weitestgehend mit meinem realen Netzwerk, dass ich gerne über dies Plattformen pflege. Möglich ist wohl, einzelne Personen aus der 2. Stufe zu direkten Kontakten zu machen. Alles weitere erfordert entsprechende Investitionen, die eben risikobehaftet sind und nicht zwangsläufig zum Erfolg führen.

6. Wie organisieren Sie das Networking / Beziehungsmanagement unter den Mitarbeitern im eigenen Unternehmen und wie wird dieses gefördert?

Da meiner Meinung nach Networking ein natürlicher Vorgang ist – der Mensch hat sich schon immer zu Gruppen zusammengetan – bedarf es keiner expliziten Förderung. Sie können da auch wenig kontrollieren und lenken. Ich glaube nur, dass es wichtig ist, gegen Störfaktoren konsequent vorzugehen, da diese schnell großen Schaden im Networking anrichten können.

7. Was würden Sie anderen Führungskräften und Unternehmern in Sachen Business Networking mit auf den Weg?

Sei ganz Du selbst und suche die Partner, die zu Dir passen. Pflege Deine bestehenden Geschäftsbeziehungen – natürlich nur die guten – und baue diese durch eigene gute Leistung in Deinem Kerngeschäft aus. Denn das beste Networking resultiert daraus, dass man weiterempfohlen wird.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Interview wurde von Lutz Steffen, Gründer des Münchner Unternehmerkreises IT, und Oliver Foitzik, Geschäftsführer der FOMACO GmbH und Gründer von AGITANO, durchgeführt.

 

ElSchnuppero

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