Management

Business Networking – Interview mit Ernst Hermannsdorfer, CoreNet-Consult

Im Vorfeld des am Donnerstag, 13.10.2011, stattfindenden 55. Roundtable des MUK-IT zum Thema "Wie ich mein Networking verbessern kann" wurden ausgewählte Führungskräfte und Unternehmer über Ihre Erfahrungen im “Business Networking” interviewt.

Das fünfte Interview dieser Gesprächsrunde wurde mit Ernst Hermannsdorfer, Geschäftsführender Gesellschafter der CoreNet-Consult, geführt.

1. Bitte stellen Sie sich kurz vor:

Mein Name ist Ernst Hermannsdorfer, ich bin geschäftsführender Gesellschafter der CoreNet-Consult. Hier handelt es sich um ein Experten-Netzwerk, das mit seinen Dienstleistungen entlang der Funktionsbereiche im Unternehmen aufgestellt ist. Komplexe Schnittstellen können damit besser koordiniert werden. Ein wichtiges Merkmal ist die Verbindung von Unternehmens- und IT-Beratung, da die IT einen der stärksten Hebel für die Umsetzung von Unternehmenszielen und Strategien darstellt. Mit unserer Organisationsform können wir die notwendige Beratungsbreite und Beratungstiefe anbieten, zusammen mit einem Potential von 10 Partnern mit über 150 Mitarbeitern. Unser Geschäftsmodell wird vom Kunden verstanden und akzeptiert.

2. Was bedeutet für Sie “Networking”?

Networking als Organisationsform zieht sich durch viele Unternehmen, aller Art und Größe. Viele Aufgaben können nur noch in der Vernetzung von Unternehmen gelöst werden. Networking bedeutet für uns die wirtschaftliche Gestaltung eines zukunftsorientierten Unternehmensmodells. Die dynamische Konfigurationsfähigkeit des stärksten Hebels im Unternehmen, die Mitarbeiter – in unserem Fall die Partner -, optimal ausgerichtet auf Kunden und Markt, ist ein zentrales Merkmal in unserer Netzwerkorganisation.

Dabei handelt es sich um zwei Systeme, das Netzwerk als Kooperation und die einzelnen Partner mit ihren Kernkompetenzen und Potentialen. Das Netzwerk erlaubt es letzteren, sich auf ihre Kernkompetenz zu konzentrieren, fehlende Ressourcen zu ergänzen oder sich zur Entwicklung neuer Dienstleistungen zusammenschließen. Dadurch haben wir Zugang zu größeren Kunden und Aufträgen.

Seit über 10 Jahren arbeiten wir in Großprojekten, die ausschließlich in Kooperationsform z.T. mit mehreren hundert Partnern abgewickelt werden. Dort erleben wir Networking live und – viel wichtiger – haben dabei die Aufgabe, effektives und effizientes Kooperationsmanagement mitzugestalten. Im ständigen Abgleich mit den Erfahrungen aus der Beratungspraxis wird unser Netzwerk als eigenständiges, zukunftsorientiertes Managementsystem weiterentwickelt.

3. Inwieweit ist für Sie ein funktionierendes Business Netzwerk wichtig und wie pflegen Sie dies?

Unser Konzept orientiert sich an einer „virtuellen Organisation“, die sich besonders bei wissensbasierten Unternehmen anbietet. Unser virtuelles Unternehmen wird konsequent nach adäquaten betriebswirtschaftlichen Prinzipien entwickelt und gesteuert, wie ein reales Unternehmen. Die zweiseitige Orientierung in Richtung Kooperation und Partnerunternehmen bedingt eine konsequente Ausrichtung in einer fraktalen Struktur: Kompetenzhierarchien ersetzen Führungshierarchien. Dies ermöglicht es uns, sich immer wieder neu zu konfigurieren, entweder über neue Partner oder in Eigenregie in unseren Competence-Teams. Mit diesen Teams stellen wir das Wissen und Methoden im Netzwerk dort bereit, wo es notwendig ist: zur Umsetzung des Kundenbedarfs in unseren Geschäftsfeldern, zur Stärkung unserer Erfolgsfaktoren, zur Optimierung unserer Geschäftsprozesse, Aufbau neuer Produkte oder für unsere Aufträge. Für die dazu notwendige Integrationsarbeit stehen uns bewährte Managementmethoden, Telefonkonferenzen und eine Kooperationsplattform (SharePoint) zur Verfügung.

Neben der wirtschaftlichen Bedeutung hat das Networking natürlich auch eine sozialen Komponente – interessante und kompetente Partner tauschen viel leichter ihr Wissen aus.

Networking heißt aber auch, ständig die Win-Win-Situation zu überprüfen: Ist das Geben und Nehmen ausgeglichen? Verfolgen wir die gemeinsam festgelegten Ziele? Können wir unsere Kompetenzen optimal nutzen? Soll unsere Partnerschaft ergänzt werden, um Geschäftsfelder auszubauen oder neue, zukunftsorientierte Dienstleistungen zu entwickeln? Aktuelle Probleme werden sofort in Telefonkonferenzen angegangen, dazu gibt es regelmäßige Termine in Partnerversammlungen.

 

4. In welchem Rahmen nutzen Sie Ihr eigenes Business Netzwerk und welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Nicht nur ich als Geschäftsführer von CoreNet sondern alle Partner haben das Ziel, Kompetenz und Potentiale im Netzwerk zu nutzen. Regelmäßig überprüfen wir unsere Auftragssituation. Zusätzliche Aktivitäten zur Stärkung unserer Marke „CoreNet“ werden regelmäßig eingeplant. Innerhalb unserer Kundenaufträge haben wir immer wieder Situationen, die es uns ermöglichen, auf unsere Ressourcen zurückzugreifen.

5. Nutzen Sie auch virtuelle Netzwerke, wie Facebook & Co.? Wenn ja, in welcher Form und welche Erkenntnisse haben Sie hier gewonnen?

CoreNet als Kooperationsgesellschaft nutzt diese Netzwerke weniger, hier bieten uns die persönlichen Kontakte im MUK-IT und an den IT-Kooperationstage sehr viel mehr. Einige Partner sind jedoch sehr aktiv in den sozialen Netzwerken.

6. Wie organisieren Sie das Networking / Beziehungsmanagement unter den Mitarbeitern im eigenen Unternehmen und wie wird dieses gefördert?

Für die verschiedenen Netzwerkaufgaben werden Competence-Teams organisiert, in dem die Kompetenzen zusammengefasst werden, welche Aufgaben am besten lösen können. Dadurch lernen sich die Partner kennen, können gegenseitig Arbeitsstil und Arbeitsqualität für eine zukünftige Auftragsarbeit sehr gut einschätzen. Telefonkonferenzen dienen zur raschen Lösung aktueller Probleme. Zudem gibt es regelmäßige Termine in Partnerversammlungen. Ebenfalls gibt es die informellen Kontakte, welche sich aufgrund der Zusammenarbeit und der „gleichen Wellenlänge“ automatisch ergeben.

7. Was würden Sie anderen Führungskräften und Unternehmern in Sachen Business Networking mit auf den Weg?

Arbeiten Sie nur mit exzellenten Partnern zusammen, vermeiden Sie Mittelmäßigkeit. Networking erfordert professionelles Management, Best-in-class-Partner fordern ein Best-in-class Unternehmen, auch wenn es virtuell organisiert ist.

Wir überprüfen bei der Partnerauswahl die Qualität des Partners, den strategischen Fit, die Übereinstimmung der strategischen Zielsetzung, und den kulturellen Fit, ob die soziale und zwischenmenschliche Komponente passt. Am besten jedoch hat sich die Bewährung in der Zusammenarbeit im Netzwerk oder in gemeinsamen Projekten herausgestellt. Der Aufwand für ein gutes Kooperationsmanagement ist nicht zu unterschätzen.

Vielen Dank für das interessante Gespräch.

 

Das Interview wurde von Lutz Steffen (MUK-IT) und Oliver Foitzik (FOMACO / AGITANO) durchgeführt.

 

ElSchnuppero

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