Wirtschaft

Chinas erster Flugzeugträger läuft zur Testfahrt aus – maritime Rohstoffe das Ziel?

Flugzeugträger sind strategische Waffen par excellence. China, obwohl mit den weltweit zweitgrößten Rüstungsausgaben direkt hinter den USA (7,3% der weltweiten Rüstungsausgaben zu 43% der USA), verfügt bislang noch über keinen einzigen Flugzeugträger aus eigener Produktion.

1998 wurde aus ukrainischen Beständen für den Spotpreis von nur 25 Millionen Dollar der seit Sowjetzeiten unvollendet gebliebene russisch-ukrainische Flugzeugträger „Warjag“ (ursprüngliche Baukosten 1,9 Milliarden Dollar) in den chinesischen Hafen Dalian geschleppt. Das Schiff war ohne Antrieb, Elektronik und Bewaffnung vom Schwarzen Meer nach China geschleppt worden. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass China daraus ein schwimmendes Hotel mit Casino bauen werde – eine militärische Nutzung war vertraglich explizit verboten worden. Im Dezember 2010 wurden jedoch Gerüchte laut, China wolle den Flugzeugträger nun doch modernisieren, umrüsten und fertigstellen, um ihn der chinesischen Kriegsmarine zulaufen zu lassen. Dieser umgebaute Fleugzeugträger lief nun am Mittwoch zu seiner ersten Testfahrt aus. Anschließend soll er weiter modernisiert und getestet werden. 

Da jedoch die nötigen Begleitschiffe (Kreuzer) noch fehlen, gehen Experten davon aus, dass aufgrund der noch mangelnden Schlagkraft der Träger in erster Linie Übungs- und Ausbildungszwecken dient, bis China in einigen Jahren die ersten Flugzeugträger aus eigener Produktion samt Begleitschiffen in Dienst stellen kann. Diese, vermutlich zwei Träger, sind derzeit in Bau, genauere Details liegen allerdings nicht vor (nach offiziell unbestätigten Berichten Produktion in Shanghai). China selbst beteuert stets seine rein defensiven Absichten. Allerdings sind die Anrainer beunruhigt, da China mit mehreren Nachbarn um Territorialansprüche vor dem Hintergrund bedeutender Rohstoffvorkommen auf hoher See streitet. Am brisantesten ist der Konflikt um ein riesiges Ölfeld vor den Spratly- und die Paracel-Inseln im südchinesischen Meer. Die Öllagerstätte wird auf das Volumen von Saudi-Arabien geschätzt (bis zu 300 Mrd. Barrel). Mitte Juni 2011 hatte Vietnam im Zuge der Spannungen eine Marineübung mit scharfer Munition im Südchinesischen Meer abgehalten. Auf die Spratly-Inseln erheben Vietnam und China, aber auch die Philippinen, Brunei, Malaysia und Taiwan Anspruch. Beinahe wöchentlich kommt es hier zu Zwischenfällen zwischen Forschungsbooten zur Rohstofferkundung und Fischerbooten, die deren Leinen und Kabel kappen, mit jeweils entsprechenden diplomatischen Verwerfungen. (Weiter: hier).
 

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